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*** Josef Fischer ***
Johann Xaver (Johann)
Fischer
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Maria
Fischer-Kurmann
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Josef Fischer * Fr, 1863-04-10 † Sa, 1924-06-14 |
| ⚭ Fr, 1897-08-27 |
Veronika Karolina (Veronika) Fischer-Krauer |
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| Josef ("Sepp") Fischer |
| Johann ("Hans") Fischer |
| Veronika ("Vroni") Arnold-Fischer |
| Maria ("Marie") Fischer |
| Franz Xaver ("Frank") Fischer |
| Elisabetha ("Lisa", "Liseli") Küng-Fischer |
| Julius ("Jules") Fischer |
| Anton ("Tony") Fischer (Fisher) | |
*** Report ***
Personalien
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Name | Josef Fischer |
Bürger von | Oberkirch, LU und Nottwil, LU |
Geboren am | 1863-04-10 in Schatten, Ettiswil, LU
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Taufe am | 1863-04-11 in Ettiswil, LU
Taufpate: Melchior Kurmann - Willisau-Land
Taufpatin: Maria Kurmann - Willisau-Land
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Gestorben am | 1924-06-14 in Sursee, LU
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Beruf(e) | Landwirt (1897); Privat (1924) |
Wohnort(e) | Schatten, Ettiswil, LU (1863); Länggass, Oberkirch, LU (1872); Sigerswil, Grosswangen, LU (1895, 1897, 1898, 1900, 1908, 1901); Maienbach, Nottwil, LU (1902, 1903, 1905, 1908, 1909, bis 1924); Pilatusstrasse, Sursee LU (ab 1924) |
Eltern
| Vater | Johann Xaver (Johann) Fischer (1824-07-12 bis 1865-05-24)
| Mutter | Maria Fischer-Kurmann (1832-06-06 bis 1879-07-08)
| Partner
| Ehefrau | Veronika Karolina (Veronika) Fischer-Krauer (1871-10-08 bis 1948-08-20) Hochzeit am 1897-08-27 in Grosswangen, Nottwil, LU Kommentar: Eingetragen den 28. August 1897. Eingetragen in Hergiswil am 28. August 1897durch N. Portmann. Kirchliche Hochzeit am 30. August 1897 in Einsiedeln. |
Kinder
| Sohn | Josef ("Sepp") Fischer (1898-09-05 bis 1982-03-29) |
Sohn | Johann ("Hans") Fischer (1899-09-18 bis 1983-02-12) |
Tochter | Veronika ("Vroni") Arnold-Fischer (1900-10-27 bis 1978-12-12) |
Tochter | Maria ("Marie") Fischer (1902-03-23 bis 1984-09-30) |
Sohn | Franz Xaver ("Frank") Fischer (1903-10-26 bis 1995-12-16) |
Tochter | Elisabetha ("Lisa", "Liseli") Küng-Fischer (1905-12-09 bis 1987-11-11) |
Sohn | Julius ("Jules") Fischer (1908-04-23 bis 2001-12-12) |
Sohn | Anton ("Tony") Fischer (Fisher) (1909-09-09 bis 1999-02-14) |
Geboren um 22 Uhr, getauft um 15 Uhr. Gemäss Taufuch Bürger von Oberkirch. Band I, Blatt 101. Firmung am 6. Juni 1872 in Oberkirch (Pate Joseph Zwimpfer). Meldete sich beim Kreiskommando Oberkirch 397 am 9. Juli 1895 ab und am 13. Juli in Grosswangen 787 an. War bei der Hochzeit mit Veronika Karolina Krauer noch ledig. Meldete sich am 9. Dezember 1901 beim Kreiskommando in Grosswangen 207 ab und am 10. Dezember 1901 in Sursee 562 an. Meldete sich am 6. Februar 1902 beim Kreiskommando in Sursee 562 ab und am 7. Februar 1902 in Nottwil 397 an. Gestorben um 18 Uhr an 'Endokarditis - Arteriosclerosia'. Eingetragen ins Totenregister Sursee, den 16. Juni 1924 auf die Anzeige des Sohnes Hans (unterschrieben mit 'H. Fischer'). Im Totenregister Sursee wurde der Bürgerort mit 'Oberkirch' angegeben.
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Karte
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Bruderschaft der Metzger, Gerber und Schuhmacher
Am 1. April 1889 wurde der Jüngling Josef Fischer in Sursee un die uralte löbliche Bruderschaft der geehrten Herren und Meister Metzger, Gerber und Schuhmacher aufgenommen. (Im Staatsarchiv Luzern [Signatur PA 9/15] liegt ein Bruderschaftsrodel der Schuhmacher, Gerber und Metzger in Sursee 1410, mit Verzeichnis der toten Brüder und der Bruderschaftsordnung.)
Das Praktische an dieser löblichen Bruderschaft war, dass sie aufgrund eines Erlasses seiner päpstlichen Heiligkeit Benedikt XIV am 1. Februar 1742 der Bruderschaft ein vollkommener Ablass gewährt wurde und zwar am Tage des Eintritts und an den hohen Festen der Auffindung und Erhöhung des hl. Kreuzes von der ersten Vesper bis zum Sonnenuntergang dieser Feste.
Quelle: Fundus Sepp Fischer, Sursee
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Militärdienst
Im Dienstbüchlein ist auf dem Frontdeckel 'Weinhandlung Oberkirch' notiert.
Die Rekrutierung fand im Rekrutierungskreis Nr. 8 im November 1882 statt.
Josef wurde den Genie-Truppen (Unterabteilung 'Pioni[e]r') zugeordnet.
Josef war 164 cm gross und hatte einen Brustumfang von 88 cm.
Die gefassten Militäreffekten bestanden 1883 aus:
Käppi, Polizeimütze, Kaput, Waffenrock, Aermelweste, Hosen von Halbtuch, Halsbinde, Putzzeug, Munitiossäcklein, 'Brodsack', Gamelle, Feldflasche, ein Tornister, ein 'Peabodygewehr' (No. 10231), ein Leibgurt und ein Säbel (No. 4024) und eine Säbeltasche.
Die Pionierrekrutenschule fand 1883 in Brugg statt (50 Diensttage).
1892 mussten die Hosen ausgetauscht werden (der Grund dafür wurde nicht angegeben).
1893 ersetzte ein 'Repeti[e]rgewehr' (No. 114168) das 'Peabodygewehr'.
Ebenso wurde ein Soldatenmesser und ein Putzzeugtäschchen nachgefasst.
Die Wiederholungskurse fanden statt: 1886 in Luziensteig und 1890 in Brugg.
1891 folgten 18 Tage Nachdienst zur Pionierrekrutenschule in Brugg.
1892 Wiederholungskurs in Liestal.
1892 wurde eine Busse von 5 Franken wegen Nichtbestehen der Hauptinspektion verfügt.
1894 Truppenzusammenzug in Emmen und im 'Manövergebiet' (18 Diensttage).
1899 Wiederholungskurs in Andermatt.
Für die folgenden Dienste ab 1902 zahlte Josef Militärpflichtersatz (6 Franken 40 Rappen im ersten Jahr resp. 13 Franken und 15 Rappen danach).
1916 kam das Verdikt 'nicht schiessfertig'.
Am 8. Juni 1888 erhielt Josef aufgrund einer 'Dispepsie' [Dyspepsie = Verdauungsstörung im Oberbauch] und Anämie ein Jahr Dispens. 1896 wurde Josef der Telegraphenkompanie zugeteilt und zur Landwehr versetzt. Am 14. Juni 1897 errichte Josef eine Dispens von Nachdienst infolge 'Gastritis'. Am 27. August 1901 führten 'Residuen von Gelenksrheumatismus und Anämie' zur Dienstuntauglichkeit.
Quelle: Fundus Sepp Fischer, Sursee
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Ehe
Eheregister B Oberkirch
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Hauskauf 1902
Johann Felder von Escholzmatt, wohnhaft in Meienbach Nottwil
verkauft dem Josef Fischer von Oberkirch, wohnhaft in Sursee
per 1. Januar 1902 das Anwesen Meienbach für die Summe von 34'000 Franken.
Das Anwesen bestand aus einem Wohnhaus, einer Scheune und einer Schweinescheuer und an Land: die Matten, das Langweidli, das Biorweidli und das Seeland.
Die Grundstücke waren von der Bahnlinie durchschnitten.
Sie grenzten
a) an das Land der Schwestern Troxler im Meienbach;
b) an die Schoorenweid der Gebr. Bachmann, Eggenschwil;
c) an den Sempachersee; und an ein Stück Tannenwald im Wartensee.
Es bestand zudem eine Prioritätsgült, angegangen den 16. Dezember 1863 von Michael Wiß in Sursee an Kapital Frs. 440 (zu 5% Zins bis 1900).
Quelle: Gültbrief im Besitz von Sepp Fischer, Sursee
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Die Sache mit der Prioritätsgült
Die Prioritätsgült wurde am 26. Dezember 1863 über den Betrag von 440 Franken errichtet.
Josef Zimmermann von Ebikon, wohnhaft im hinteren Meienbach zu Nottwil, erstellte diese zu Handen des hon. Rudolf Müller von Fahrwangen, Cehsionarius [Cesionarius] der Zehnten Bodenzise und an deren Gefälle des ehemaligen Klosters Muri, und zwar laut Zehntloskaufvertrag resp. Abschatzung vom 4. Juli 1864, für Frucht- und Heuzehnten und Hühnergeld.
Das Kapital war zu fünf vom Hundert mit Frk. 22 verzinslich und von sechs und sechs Jahren ablösbar.
Die Kassation (und damit die kraftlos-Erklärung der Gült) geschah dann am 6. Oktober 1915 (Hypothekarkanzlei Sempach) - also nach 52 Jahren.
Quelle: Gültbrief im Besitz von Sepp Fischer, Sursee
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Das Ehepaar Fischer-Krauer
Aufgenommen im Jahre 1910 (vermutlich in Maienbach, Nottwil).
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Die Familie Fischer-Krauer
Aufgenommen im Jahre 1910 (vermutlich in Maienbach, Nottwil).
Die acht Kinder: Josef (Sepp), Johann (Hans), Veronika (Vroni), Maria (Marie), Franz Xaver (Frank), Elisabetha (Liseli), Julius (Jules) und Anton (Antone).
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Der Hof Maienbach
Der Hof Maienbach in Nottwil. Aufnahmezeitpunkt nicht bekannt.
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Bild
Das Bild muss in späteren Zeiten entstanden sein (es diente auch als Leidbildli).
Quelle: Bild von Josef Fischer, Sursee
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Einbürgerung in Sursee
Am 31. März 1924 liess sich Josef Fischer mit siner ganzen Familie einbürgern.
Quelle: Fundus Sepp Fischer, Sursee
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Nachruf
Nottwil. (Einges.) Samstag, den 14. Juni,
schied in Sursee, 61-jährig, ein Mann aus dem
Leben, der es wohl verdient hat, dass seiner auch
im "Luzerner Tagblatt" ehrend gedacht werde. Hr.
Josef Fischer-Krauer entstammte einer
achtbaren Familie aus der Nachbargemeinde Ober-
kirch. Im Jahre 1912 [Anm.: es war im Jahre 1902!] erwarb er sich eine gut gele-
gene Liegenschaft im Maienbach und zog mit seiner
noch kleinen Familie in unsere Gemeinde, wo er
und seine treu sorgende Gattin mit unermüdlicher
Tätigkeit unverdrossen schafften von morgens früh
bis abends.
Vater Fischer war Bauer mit Leib und Seele;
er hatte einen schönen Viehstand und hegte und
pflegte sein Land und die schöne Baumanlage mit
viel Verständnis und freute sich am guten Erfolg.
Mit den Jahren erblühte ihm eine zahlreiche Kin-
derschar und brachte Leben ins Haus; fünf Söhne
und drei Töchter wuchsen heran und bildeten mit
den Eltern eine friedliche, glückliche Familie. Ar-
beitsamkeit und Sparsamkeit waren das Leitmotiv
der Eltern und der heranwachsenden Jugend. Der
letzteren wurde eine gute Bildung ermöglicht, um
sie für ein gutes Fortkommen im Leben zu be-
fähigen. Nach und nach verliessen die Kinder das
Elternhaus, um sich einen ihrer Neigung zusagen-
den Wirkungskreis in der Ferne zu suchen. Wie
freuten sich die Eltern, wenn über die abwesenden
Kinder gute Nachrichten eintrafen und sie auch in
der Ferne anhänglich und brav blieben.
Vater Fischer war einer der Stillen im Lande,
von streng rechtlicher Gesinnung. Politisch ent-
schieden konservativen Grundsätzen huldigend, blieb
er dem Parteigetriebe ferne, ehrte und achtete auch
den Andersgesinnten und suchte und fand seine Be-
friedigung und sein Glück im Wohle seiner Fa-
milie. Um die Jahreswende erkrankte Vater
Fischer und blieb ans Bett gefesselt, das er nicht
mehr verlassen durfte. Anfangs fiel es dem an
rastlose Tätogkeit Gewohnten schwer, der geliebten
Arbeit entsagen zu müssen. Da die Kinder sich
anderen Berufen widmeten und keine Lust am
Bauern hatten, so verkaufte er seine Liegenschaft
vor einigen Wochen und übersiedelte nach Sursee
um in der Nähe seines Bruders einen ruhigen
Lebensabend geniessen zu können. Doch es sollte
nicht sein. Weder ärztliche Kunst noch die sorg-
samste Pflege seine Angehörigen vermochten das
Uebel aufzuhalten. Geduldig und ohne Klage
ertrug er seine Leiden und hoffte immer wieder
auf Genesung, denn gar zu gerne wäre er noch
einige Jahre bei seinen Lieben geblieben, an denen
er mit ganzer Seele hing. Trotz seinen Leiden
freute ihn jeder Besuch von lieben Verwandten,
Nachbarn und Bekannten und er hatte noch für
jeden ein gutes Wort und ein Lächeln auf den
Lippen. Sein Gottvertrauen hielt ihn aufrecht,
als auch jede Hoffnung schwand. Ruhig und ohne
Furcht erwartete er den Tod, der beim Dulder als
Erlöser nahte. Gott, der Vergelter alles Guten,
wird ihm sein treues Walten und alle Mühen und
Sorgen mit Himmelsfreuden lohnen.
Luzerner Tagblatt No. 146 vom 21. Juni 1924.
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