*** Josef ("Sepp") Fischer ***

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Josef

Fischer

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Veronika Karolina (Veronika)

Fischer-Krauer

... Eltern von ...

Josef ("Sepp")

Fischer

* Mo, 1898-09-05
† Mo, 1982-03-29

... verheiratet mit ...

...

 

⚭ Sa, 1929-07-27

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Emilie

Fischer-Meier

...

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Josef ("Sepp", "Seppi") Fischer

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Emilie Katharina Fischer

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Maria Elisabetha ("Marlies") Jakober-Fischer

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Gertrud Veronika ("Trudy") Burkhalter-Fischer

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Rudolf ("Ruedi", "Viking") Fischer

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Magdalena ("Madeleine") Schürpf-Fischer


*** Report ***


Personalien

Name

Josef ("Sepp") Fischer

Bürger von

Oberkirch, LU und Nottwil, LU / Sursee, LU

Geboren am

1898-09-05 in Sigerswil, Grosswangen, LU

Gestorben am

1982-03-29 in Pilatusstrasse 16, Sursee, LU

Beruf(e)

Kaufmann (1929, 1933, 1934, 1935, 1964)

Wohnort(e)

Sigerswil, Grosswangen, LU (1898); Sursee, LU (1929); Pilatusstrasse 318, Sursee, LU (1933, 1934, 1935, 1959, 1965); Pilatusstrasse 16, Sursee, LU (1977, 1978, 1979, 1982)


Eltern

Vater

Josef Fischer (1863-04-10 bis 1924-06-14)

Mutter

Veronika Karolina (Veronika) Fischer-Krauer (1871-10-08 bis 1948-08-20)


Partner

Ehefrau

Emilie Fischer-Meier (1900-02-15 bis 1965-05-09)
Hochzeit am 1929-07-27 in Sursee, LU
Trauzeuge: Adolf Meier; (Schreinermeister in Sursee)
Trauzeuge: Johann Fischer (Privat in Sursee)
Kommentar: Zivile Hochzeit: «Die Verkündung hat stattgefunden in Sursee, den 9. Juli 1929, Oberkirch & Nottwil, den 10. Juli 1929, Oberhof, den 11. Juli 1929.» Kirchliche Hochzeit: 1. August 1929.


Kinder

Sohn

Josef ("Sepp", "Seppi") Fischer ()

Tochter

Emilie Katharina Fischer (1933-01-19 bis 1933-01-22)

Tochter

Maria Elisabetha ("Marlies") Jakober-Fischer ()

Tochter

Gertrud Veronika ("Trudy") Burkhalter-Fischer ()

Sohn

Rudolf ("Ruedi", "Viking") Fischer ()

Tochter

Magdalena ("Madeleine") Schürpf-Fischer (1936-08-23 bis 2017-06-27)


Geburt um 10:30 Uhr. Bürger von Oberkirch durch Abstammung, ausserdem Bürger von Nottwil. AHV-Nummer: 342.98.367 (der AHV-Ausweis hatte einen einzigen Eintrag der 'Obst' aus dem Jahre 1948. Die Beitragspflicht endete am 1. Oktober 1963.
 
Josef war im Militär Füsilier. Oberstdivisionär Emil Sonderegger (* 28. November 1868 in Herisau; † 14. Juli 1934 in Bern) verlieh Josef 1918 eine Urkunde, weil dieser an den Unruhen in Zürich einen Einsatz leistete. Beim Landesstreik / Generalstreik vom 11. bis zum 14. November 1918 kommandierte er die Ordnungstruppen in der Stadt Zürich, wobei ihm sein martialisches und teilweise unerbittliches Auftreten in bürgerlichen Kreisen hohe Anerkennung eintrug. Am 13. September 1926, um 9 Uhr, musste Josef in Luzern auf dem Korpssammelplatz feldmässig einrücken. Dort musste man gesundheitlich etwas festgestellt haben, den am 23. November erliess das Kreiskommando 19c bereits einen neuen Marschbefehl: auf den 4. Januar 1927 um 12:30 Uhr wurde Josef in das Hotel Bären in Olten aufgeboten zwecks einer ärztlichen Untersuchung.
 
Josef übernahm im Jahre 1924 (zusammen mit seinem Bruder Hans Fischer) von seinem Onkel Johann Fischer die Weinhandlung Fischer (und damit den Weinhof). Josef war bei der Hochzeit mit Emilie Meier noch ledig und wohnte in Sursee. Die Gebrüder Fischer und die "Obst" übernahmen 1940 die Firma Widmer-Wüest (diese war im Gebäude der heutigen Weinhandlung im Hochparterre / auf Rampenhöhe eingemietet). Diese handelte mit Grassamen, Stroh- und Torfballen.
 
Am 24. August 1944 liess er sich in Sursee einbürgern (Verzicht auf die Bürgerorte Nottwil und Oberkirch).
 
Trauzeuge (1959) von Josef Fischer und von Pia Christina Amrein.
 
Handgreiflicher Streit mit Hans Junior und Hans Senior in der Weinhandlung (Josef trug Schgnittwunden an der Hand und Hand Junior eine Beule von der zerdöpperten Weinflasche davon).
 
Seine Hobbies waren fischen und jagen. 1950 hielt er ein Jagdpatent in Thann (Elsass), 1959 bis 1966 Ausländer-Jahresjagdscheine für das Land Baden-Württemberg. Am 28. Januar 1965 erhielt er den Mitgliederausweis 'Badische Jäger Kreisverein Waldshut e.V.'. Zwischen 1969 und 1977 hielt er den Jagdpass für Pächter des Jagdreviers Buttisholz und Sursee.

 

Geburt

Den 5. September 1898 um 10 Uhr 30 Minuten vormittags wurde geboren zu Siegerswil bei Grosswangen: Fischer Josef, ehelicher Sohn des Fischer Josef, Landwirt von Oberkirch, wohnhaft in Grosswangen, und der Franziska geb. Krauer von Hergiswil.

Josef Fischer (Geburt 1898)

Quelle: Geburtsregister B von Oberkirch.

 

Zeugnis Sekundarschule Sempach

Josef besuchte 1912 / 1913 die erse Klasse der Sekundarschule in Sempach. Er zeichnete sich durch grossen Fleiss aus und auch die Leistungsnoten waren ausgezeichnet.

Zeugnis Sekundarschule Sempach 1912 / 1913

Quelle: Fundus Sepp Fischer, Sursee

 

Trauung

Unterschriften der Ehegatten: J. Fischer und Emilie Fischer-Meier.

Ehe Josef Fischer und Emilie Meier

Quelle: Ehebuch Sursee.

 

Trauung

Das Brautpaar!

Ehe Josef Fischer und Emilie Meier

Quelle: Privates Bild

 

Orgelpfeifen 1

Zuhinterst: Köchin Marie Bucher. Hintere Reihe (v.l.n.r.): Marlies, Sepp, Kindermädchen. Vordere Reihe (v.l.n.r.): Madeleine, Ruedi, Trudy.

Kinder des Josef Fischer (etwa 1944)

Quelle: Fotos Lisbeth Fischer-Deipenbrock.

 

Orgelpfeifen 2

Hintere Reihe (v.l.n.r.): Jean Marie Lécuyer aus Beaune, Trudy, Frieda Giger (Köchin) aus dem Entlebuch. Vordere Reihe (v.l.n.r.): Marlies, Sepp, Ruedi und Madeleine.
 
Die Kinder der Familie Lécuyer waren nach Kriegsende (als Gäste und zur Erholung) in der Familie Fischer. Sepp Fischer besuchte die Familie Ende Juli / Anfangs August 1947 in les Sables d'Olonne. Dazu gibt es ein unvollendetes Tagebuch, welches am 12. August 1947 mit dem Besuch des 'Puits d'Enfer' endet. Sepp und Jean reisten danach zurück nach Sursee, wo Jean noch einige Wochen blieb.

Kinder des Josef Fischer (etwa 1946)

Quelle: Fotos Lisbeth Fischer-Deipenbrock.

 

Der Nash 1

Links Trudi, rechts Marlies.

Der Nash 600 war das "kleinere" Modell (gegenüber dem Nash Ambassador), mit knapp 5 m Länge, 2 m Breite und 1.45 m Höhe (das 1949er Modell was 15 cm niedriger als noch das 1948er Modell) aber immer noch imposant). Es wurde bis 1949 hergestellt. Josef kaufte sich das Modell mit Jahrgang 1949.

Der "600" wird allgemein als der erste US-amerikanische Serienwagen bezeichnet, der in Monocoque-Konstruktion hergestellt wurde, wobei der Rahmen und die Karosserie verschweisst anstatt – wie bis dahin üblich – verschraubt wurden.

Der 2.8 Liter 6 Zylinder Motor (vorne eingebaut) hatte ein Getriebe mit drei Gängen. Er leistete 83 PS bei 3'800 Umdrehungen pro Minute. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei rund 132 km/h (0 auf 100 km/h in 22.5 Sekunden). Der Verbrauch lag bei 9.4 Liter / 100 km, was aber bei einem 20 US Gallons (76 Liter) Tank immer noch für Reichweiten um 800 km reichte. Der Wendekreis betrug 10.1 Meter.

Josef Fischer's Nash 600

Quelle: Fotos Sepp Fischer.

 

Der Nash 2

Auf der Rückseite des Bildes steht '29. Juni 1957, Abschied von Fischers'. Da der Nash auf diesem Bild eine andere Nummer trägt ist anzunehmen, dass er an diesem Tag verkauft wurde.

Josef Fischer's Nash 600

Quelle: Aus dem Fundus von Ruedi Fischer

 

Portrait 1

Aufnahme von Friebel Sursee (Foto 108442/1). Die Fotografenfamilie Friebel führte in drei Generationen von 1903 bis 1997 in Zofingen (AG), Hochdorf (LU) und vor allem in Sursee (LU) ein professionelles fotografisches Atelier. Hermann Friebel-Sahli übernahm 1903 in Sursee das Geschäft des Fotografen Heinrich Tschupp. Nach seinem Tod 1941 führten dessen Söhne Willy Friebel-Exer und René Friebel-Nick das Geschäft weiter. Willy Friebel-Sallmann, Sohn von Willy Friebel-Exer, führte das Fotoatelier schliesslich bis zur Geschäftsaufgabe am 1. August 1997 weiter.

Josef Fischer (1898-1982)

Quelle: Fundus Ruedi Fischer

 

Portrait 2

Josef war stets gut gekleidet.

Josef Fischer (1898-1982)

Quelle: Fundus Ruedi Fischer

 

Freizeitkapitän

Ob bei der Jagd oder beim Segeln: Josef Fischer trug seine Kravatte und zeigte damit Contenance.

Josef Fischer mit seinem Segelboot

Quelle: Fotos Sepp Fischer.

 

Postkarte

Ferien in Lanzarote im Jahre 1977.

Josef Fischer (1898-1982)

Aus dem Fundus von Ruedi Fischer

 

80. Geburtstag

Sepp Fischer (mit dunkler Brille). Zu seiner Rechten (aus seiner Sicht) Liseli Küng, zu seiner Linken die Haushälterin Frau Schnyder. Mit Blick zum Fotografen: Lisbeth und Trudy. Gant rechts im Bild Willy.

Josef Fischer (80. Geburtstag)

Quelle: Fotos Lisbeth Fischer-Deipenbrock.

 

Aus späteren Zeiten …

Eines der letzten Bilder von Sepp Fischer.

Josef Fischer und Emilie Meier

 

Todesanzeigen

Emma Schnyder war zuletzt seine treue Haushälterin.

Sepp Fischer (1898-1982)

Quellen erwähnt

 

Nachrufe

Josef Fischer-Meier Sursee.

Kurz nach dem ersten Frühlingserwachen trugen wir Josef Fischer auf den Friedhof zu seiner letzten Ruhestätte. Er wurde am 5. September 1898 in Sigerswil / Grosswangen geboren, als Aeltester von acht Kindern. Bald nach seiner Geburt zogen seine Eltern ins Maienbach bei Nottwil, wo Seppi schon früh anpacken lernte. Die wenigen freien Stunden verbrachte er oft und gerne am Sempachersee, zu dem er eine ganz besondere Beziehung hatte. Nach Abschluss der Sekundarschule in Sempach kam er nach Sursee in den Weinhof, wo sein Onkel schon damals eine Weinhandlung betrieb. Neben der Mittelschule musste er in jeder freien Minute aushelfen, wo Not am Manne war, und verdiente sich so die ersten Sporen des Weinhandels ab. Mit 19 Jahren, 1917, wurde er für die Rekrutenschule nach Luzern aufgeboten und kurz darauf erlebte er ein für ihn eindrückliches Stück Schweizergeschichte, indem er 1918, anlässlich des Generalstreiks, nach Zürich aufgeboten wurde. Anschliessend bewarb er sich als Zollbeamter und wurde in Genf und Basel eingesetzt. Auch diese Tätigkeit gab ihm Gelegenheit, sich in die Importmaterie einzuarbeiten. Er schaffte sich so viele wertvolle Kontakte, welche sich für sein späteres Geschäftsleben als nützlich erweisen sollten.

1925 übernahm er zusammen mit seinem Bruder Hans die Weinhandlung zum Weinhof und mit viel Engagement, Kenntnis und Scharfsinn wurde das Geschäft systematisch aufgebaut. 44 Jahre lang arbeitete er mit Elan, bis die beiden Brüder 1969 das Geschäft an jüngere Hände abtraten. 1929 heiratete Josef Fischer die Möbelschreiners-Tochter Emilie Meier, die ihm fünf gesunde Kinder schenkte. Mit ihr durchstand er die sorgenvolle Krisenzeit der dreissiger Jahre sowie die Kriegs- und Nachkriegsjahre. Trotz der Härte des Geschäftslebens suchte er immer wieder den Ausgleich in der Natur. Als fairer Waidmann durchstreifte er die Wälder seiner näheren Umgebung, und auch die Fischerei machte ihm viel Spass. Nach 36jähriger Ehe verstarb 1965, leider allzu früh, seine liebe Gattin. Kurze Zeit später fand er in Frau Emma Schnyder eine treue und selbstlose Haushälterin, die ihn bis zu seinem Tode umsorgte und pflegte.

Bis zu seinem Tode interessierte sich Josef noch täglich für das Geschäft, doch blieb ihm nun mehr Zeit, sich seinen Freunden zu widmen, und er freute sich am Heranwachsen seiner zwölf Grosskinder, die alle ihren Grossvater herzlich liebten. In den letzten Jahren wurde es stiller in seinem Heim an der Pilatusstrasse. Trotz seines brillanten Geisteszustandes zwangen ihn die körperlichen Gebrechen kürzer zu treten. Dafür blieb mehr Platz für Erinnerungen und auch uns wird «Seppi» weiterhin in Erinnerung bleiben.



Wir nehmen Abschied von Josef Fischer - Meier

Er wurde am 5. Sept. 1898 in Sigriswil, Grosswangen, geboren. Schon bald nach seiner Geburt zogen die Eltern Fischer ins Maienbach nach Nottwil, wo Josef als Aeltester von 8 Geschwistern seine Jugend verbrachte. Schon früh lernte er anzupacken und seinem Vater an die Hand zu gehen.

Von seiner Primarschulzeit in Nottwil sind viele lustige Bubenstreiche bekannt, die er seinen Kindern und Grosskindern nie verheimlichte. Zum grossen Erlebnis seiner Sekundarschulzeit in Sempach gehörte der Schulweg, der ihn oft mit den Schlittschuhen über den gefrorenen See führte.

Nach der Sekundarschule kam er zu seinem Onkel in den Weinhof nach Sursee, der schon damals die Weinhandlung führte. Während er die Mittelschule besuchte, half er zwischendurch überall wo Not am Manne war. Als 1914 der erste Weltkrieg ausbrach, musste er die Schule aufgeben. Er bekam von seinem Onkel eine gründliche Ausbildung in allen Belangen des Wein-Imports, der Lagerung und des Handels.

1917 wurde er für die Rekrutenschule aufgeboten, und kurz darauf, 1918, erlebte er ein lebendiges Stück Schweizergeschichte, indem er anlässlich des Generalstreiks nach Zürich aufgeboten wurde und dort auf dem Paradeplatz für Ordnung zu sorgen hatte. Während der damaligen grossen Grippe-Epidemie erkrankte auch er und schwebte viele Tage zwischen Leben und Tod. Im Militär-Erholungsheim auf dem Sonnenberg plante er eine neue Zukunft. Er meldete sich als Zollbeamter und wurde nach bestandener Prüfung, in Genf und Basel eingesetzt. Schon zu diesem Zeitpunkt schaffte er wertvolle Kontakte für sein späteres Geschäftsleben, dem Wein-Import. 1925 übernahm er mit seinem Bruder die Weinhandlung zum Weinhof, die er bis 1969 mit viel Begeisterung zur Blüte brachte.

1929 heiratete Josef Fischer die Möbelschreiners-Tochter Emilie Meier, die ihm 5 gesunde Kinder schenkte. Mit ihr durchstand er die sorgenvolle Krisenzeit der 30er Jahre sowie die Kriegs- und Nachkriegszeit. Obwohl er hart arbeitete, gönnte er sich Entspannung beim Fischen, Jagen und Segeln. Er war ein grosser Naturfreund und verstand es, mit Tieren umzugehen. In seinem Garten gab es nicht nur Hund, Hühner und Hasen, er zog auch Krähen auf und fütterte mutterlose Habichte, bis sie flügge waren.

1965 starb seine Frau leider allzu früh. Kurze Zeit später fand er in Frau Emma Schnyder eine treue und selbstlose Haushälterin, die ihn bis zu seinem Tode umsorgte und pflegte. An dieser Stelle sei Frau Schnyder für Ihre Arbeit herzlich gedankt.

1969 übergaben die Gebrüder Hans und Josef Fischer die Firma ihren Söhnen. Wohl interessierte sich Josef noch täglich fürs Geschäft, aber es blieb ihm doch mehr Zeit, seine Freunde zu pflegen und Anteil am Heranwachsen seiner 12 Grosskinder zu nehmen, die alle ihren Grossvater herzlich liebten.

In den letzten Jahren wurde es stiller in seinem Haus an der Pilatusstrasse. Die Beschwerden des Alters meldeten sich auch bei ihm. Immer weniger konnte er am aktiven Leben teilnehmen und so blieb mehr Platz für die Erinnerung.

Zur Erinnerung wird er auch für uns. Er wird mit vielen guten Gedanken unter uns weiterleben.



JOSEF FISCHER - MEIER SURSEE (1898-1982)

Kurz nach dem ersten Frühlingserwachen trugen wir Josef Fischer auf den Friedhof Sursee zu seiner letzten Ruhestätte. Eine grosse Trauergemeinde folgte seiner sterblichen Hülle und gedachte mancher frohen und geselligen Stunde zusammen mit ihm, sei es in fröhlicher Runde, in Weidmanns Gefilden oder als Petrijünger.

Er wurde am 5. September 1898 in Sigerswil / Grosswangen geboren, als Ältester von acht Kindern. Bald nach seiner Geburt zogen seine Eltern ins Maienbach bei Nottwil, wo Seppi schon früh anpacken lernte; gab es doch viel zu tun, den kargen Boden zu bewirtschaften. Die wenigen freien Stunden verbrachte er oft und gerne am Sempachersee, zu dem er eine ganz besondere Beziehung hatte. Er erkannte auch bald, dass nur eine gute schulische Grundlage zum späteren Erfolg führt und besuchte mit Erfolg die Sekundarschule in Sempach. In den harten Wintern war es für ihn ein besonderes Vergnügen, den Schulweg mit den Schlittschuhen über den gefrorenen See abzukürzen. Dass er auch viel Spass verstand und Humor besass, konnten seine Kinder und Grosskinder ermessen, wenn er ihnen von seinen Bubenstreichen erzählte.

Nach Abschluss der Sekundarschule kam er nach Sursee in den Weinhof, wo sein Onkel schon damals eine Weinhandlung führte. Neben der Mittelschule musste er in jeder freien Minute aushelfen, wo Not am Manne war und verdiente sich so die ersten Sporen des Weinhandels ab.

1914, nach Ausbruch des ersten Weltkrieges musste er die Schule aufgeben und wurde von seinem Onkel in die Lehre genommen. Dieser vermittelte ihm eine fundierte Ausbildung im Weingeschäft, dessen Import, Lagerung und Verkauf. Daneben besass auch der Fass- und Landesproduktehandel einen hohen Stellenwert, und oft fuhr er bis nach Genf, um ein Fuder Weinfässer einzukaufen und mit Pferdefuhrwerk nach Sursee zu bringen.

Mit 19 Jahren, anno 1917 wurde er für die Rekrutenschule nach Luzern aufgeboten und kurz darauf erlebte er ein für ihn eindrückliches Stück Schweizergeschichte, indem er 1918, anlässlich des Generalstreiks, nach Zürich aufgeboten wurde und dort auf dem Paradeplatz für Ordnung zu sorgen hatte. Die damalige grosse Grippe-Epidemie verschonte auch ihn nicht und lange Zeit schwebte er zwischen Leben und Tod. Stark geschwächt holte er sich neue Kräfte im Militär-Erholungsheim auf dem Sonnenberg und in der Ruhe der Natur überlegte er sich seine nächste Zukunft.

Er bewarb sich als Zollbeamter und wurde nach bestandener Prüfung in Genf und Basel eingesetzt. Auch diese Tätigkeit gab ihm Gelegenheit, sich in die Importmaterie einzuarbeiten und schaffte sich viele wertvolle Kontakte, welche sich für sein späteres Geschäftsleben als nützlich erweisen sollten.

1925 übernahm er zusammen mit seinem Bruder Hans die Weinhandlung zum Weinhof und mit viel Engagement, Kenntnis und Scharfsinn wurde das Geschäft systematisch aufgebaut. 44 Jahre lang arbeitete er mit viel Elan bis die beiden Brüder im Jahre 1969 das Geschäft an jüngere Hände abtraten. 1929 heiratete Josef Fischer die Möbelschreiners-Tochter Emilie Meier, die ihm 5 gesunde Kinder schenkte. Mit ihr durchstand er die sorgenvolle Krisenzeit der 30 er Jahre, sowie die Kriegs- und Nachkriegsjahre.

Trotz der Härte des Geschäftslebens suchte er immer wieder den Ausgleich in der Natur. Als fairer Weidmann durchstreifte er nicht nur die Wälder seiner nähern Umgebung; auch der Schwarzwald hatte es ihm angetan und mancher Schwarzkittel im Birkendorfer Revier musste sein Leben lassen. Auch die Fischerei machte ihm viel Spass und mit viel Einfühlungsvermögen fand er die Jagdgründe seiner Forellen.

Seine besondere Beziehung zum Sempachersee vertiefte sich anfänglich als Ruderer im Seeclub und mit dem Erwerb eines Segelbootes bewies er seinen Kollegen im Yachtclub, dass er auch mit den Winden umzugehen verstand.

Er war ein grosser Naturfreund und verstand es vortrefflich, mit Tieren umzugehen. In seinem Garten gab es nicht nur Hund, Hasen, und Hühner; auch Krähen zog er bisweilen auf, und mutterlose Habichte fütterte er, bis sie flügge waren. Nach 36 jähriger Ehe verstarb im Jahre 1965, nach längerem Leiden, leider allzu früh seine Frau, ein Verlust, der ihm viel zu schaffen machte.

Kurze Zeit später fand er in Frau Emma Schnyder eine treue und selbstlose Haushälterin, die ihn bis zu seinem Tode umsorgte und pflegte. Daneben hielt sie auch sein Heim tadellos in Ordnung. An dieser Stelle sei auch Frau Schnyder für diese grosse Arbeit herzlichst gedankt.

Obwohl er und sein Bruder die Firma an ihre Söhne übergeben hatten, interessierte sich Josef noch täglich für das Geschäft, doch blieb ihm nun mehr Zeit, sich seinen Freunden zu widmen und er nahm viel Anteil am Heranwachsen seiner 12 Grosskinder, die alle ihren Grossvater herzlich liebten. In den letzten Jahren wurde es stiller in seinem Heim an der Pilatusstrasse. Mit dem Hinscheiden vieler seiner Freunde machten sich auch bei ihm die Beschwerden des Alters bemerkbar. Trotz seines brillanten Geisteszustandes zwangen ihn körperliche Gebrechen kürzer zu treten und er konnte immer weniger am aktiven Leben teilnehmen.

Dafür blieb mehr Platz für Erinnerungen und auch uns wird "Seppi" in Erinnerung bleiben und mit vielen guten Gedanken unter uns weiterleben.

Sepp Fischer (1898-1982)

Quellen erwähnt

 

Grabstein

Sepp wurde auf dem Friedhof in Sursee beerdigt.

Sepp Fischer (1898-1982)

Quelle: Friedhof Sursee (BillionGraves)

 

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Erstellt durch Daniel Stieger (letzte Aktualisierung: 16.07.2026)
Letzte Änderung der Daten: 2006-10-02
Quellen: Josef Fischer; Geburtsregister B Oberkirch (A 976/1779); Eheregister A Sursee 1924-1937 (A 976 2415)
 
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