*** Maria Anna Zäch ***

 

 

 

 

... Eltern von ...

Ist möglicherweise identisch mit ... Maria Anna

Zäch

* ~1727

... verheiratet mit ...

...

 

 

 

 

...


*** Report ***


Personalien

Name

Maria Anna Zäch

Bürgerin von

Oberriet, SG

Geboren am

~1727

 

Inquisitionsprotokoll (wegen Diebstahl)

Actum St. Fiden den 31t aug: 1750

Praesent:tis H: Hof Canzler Ganal.

Ihro gnad. H. Baron Landthofmeister v' Thurn &
Nachkommen die vorige Tag zweÿ verdächtige Manns=
und zweÿ Weibsbilder in dem Gossauer Wald
in hiffrich angehalten, und von dar /: weilen
man ein und and. gstohlen Sach beÿ ihnen
gefund :/ anhero in verhafft geführet worden,
also hat man die mitgebrachte Büetel alhordist
visitiert, und in selbig vorhanden zue sein
gezeigt, nachfolgende Stükhe

Als in dem weissen Buetel, so sie Weiber mitgebracht,
befünd sich ein Quart Kanthen von Zünn [Zinnkanne], 2. gemeine
rothe Tisch Teppich, 1. kelschene pfulben ziech, 1. lein
lachen, 1. schwarzer Weiber Schurz, ferner in einem
andren der Weiber Büetel zeigen sich ein kelschenes
Zuechlein, woraus sie den Bietel gemacht, 2:
grosse Leilacher mit Scheueren, 1. weisse
Weiber hauben, 1. paar Messer und Gabel, 1. brief=
taschen, worinnen etlich Päss und ein Karten Spiel,
item ein Lofel mit einem silbernen Stiel, ein
gelt Säkhele, worinnen ein silberner Ring, nebst 5Xr.
gelt, in einem andren Säkhle seidene schwarze
Knieband, ein ab einem Weiber rokh vermuethlich
abeträntes falsches gelbes Börtlein.

So dan in einem Büetel, welch ein Mann mitgebracht
zweÿ leuachen, zweÿ neue Tabakhpfeiffen,
1. Koch Kessele von Eisten, ein paar weisse
Weiber Ermel, 1. Nachthauben, 1. alter Ranzen,
1. blaues Schnupftukh, ein alter Weiberrokh,
und in selbigem 2 paar silberne Knüe Schnallen,
und ein paar Schleiffe, unterschidliche silberne
Knöpf, an silber gelt 6 f 5 Xr, ein silbernes
ringlein mit einer Corallen, in einem
Büchslein 2 spann. Mukhen, ein Messer mit
einem hirschbeinernen Griff, ein Messene Tabakhbüchse,
ein messers Pettschierstekhle, ein weisse Weiber
Ketlenen.

Inquisitionsprotokoll Anna Maria Zech [Zäch] 1750 (0)

Nach welchem man mit der Inquisition den ohnfang
gemacht, und zwahr zue erst eine aus den
Weibsbild furführen lassen, und dieselbe con=
stituiert, wie folgt.

Ant: 1:

Wie sie heisse, woher,
wie alt, und wessen
Stands sie seÿe?

23. Jahr alt, aus dem
Oberriedt im Rheinthall
gebürthig, sie seÿe noch
nit würkhl: verheurathet,
wohl aber Willens gewesen
sich mit dem Kerl, so hier
i...mlige, und mit welchem
sie schon 12. bis 13. Wochen
herumziehe, zue copulieren
zue lassen.

Ant: 2.

Wer ihre Elteren seÿen,
und ob sie noch leben?

Ihre Mueter habe sie nicht ge=
känt, weil selbe frühzeitig
gestorben, von dem Vater
wisse auch nit mehreres, als
ds er im Oberriedt haussässig
gewesen, und Zech geheissen,
sie aber Inquisita seÿe
noch als ein Kind von
Haus weg, und mit einem
Menschen ins Elsaß gangen,
allwo sie beÿ einem Bauren
gedienet.

3.

Wie sie sich anirzo ernehre,
auch wo sie sich die letste
Zeit aufgehalten habe?

Mit Strikhen, Nehen, undt
Bettlen, seÿe letster Hand von
Constanz, und Frauenfeldt her=
gekommen, und sich ...dister reviere
aufgehalten.

4.

Wo sie mit dem Kerl erkant
worden, mit welchem sie sich
habe copulieren lassen wollen?

Ihne Co[n]stanz, vor der Stadt
draussen gegen Creüzlingen
habe sie ihne, vor 13. Wochen
angetroffen, und diser Zeit
seÿe sie mit ihm herumgezogen.

5.

Wie diser Kerl heisse, woher er
seÿe, und welche Profession?

Franz Blum heisse er, seÿe aus
dem Bünnerlandt, und habe
gesagt, er seÿe ein Glaßmacher.

6.

Aus was Ursach sie anhero
geführt wurden?

Sie kenne es ihr nit einbilden.

7.

Solle die Warheit bekennen,
sie werde nit ohne Ursach an=
hero gebracht worden sein?

Sie wisse sich nichts schuldig.

8.

Wem die Sachen in dem Bietel
so anhero gebracht word.
zuegehörig seÿen?

Die habe nur ein Bietel, so in
einem Kelschenen [?] pakhel bestehe,
und was sich darin befünde,
gehöre ihro zue, erech: [?] die zweÿ

Inquisitionsprotokoll Anna Maria Zech [Zäch] 1750 (1)

Leülachen [?], ein weisse Weiber=
hauben, ein paar messer und
gabel, ein löffel mit einem
silbernen stil, ein geltsekhel
worinen ein messener Ring,
nebst 5. Xr gelt.

9.

Woher die dise Sachen habe?

Sie habe die Leülachen zue Frauen=
feldt einem Mann und Weib
hr 3 f ... 2. hemmeter [?], und
obbemelte 2. leülachen abgekauft.

10.

Dises seÿen lauter h:v: ohn=
wahrheiten, werde erinnert
die wahrheit zue bekennen?

Sie könne nicht anderst sagen,
wisse sich nichts schuldig.

11.

Wie es ihr mit der Nasen und
Ohren gegangen?

Man habe ihr solche abgschniten,
aus Ursachen, weilen sie
vor 7. Jahren mit einem
Corporal von den französ:
Trouppen zue Bitsch durchgang,
allwo der Mann so dan ge=
henkht word., und ihr obiges
begegnet.

12.

Ob sie nit wisse, wo Nidarnegg
seÿe?

Sie frage ...nen Dörffer nit nach,
wisse nit, wie selbige heissen.

13.

Ob sie nicht gehört, ds letzten
Freÿtag den 28t ... aldorten
ein Diebstahl geschehen seÿe?

Sie wisse von keinem Diebstahl
nichts.

14.

Ob sie einmahls zue Herisau
gewesen?

Nein, seÿe ihr lebtag niemahls
dort gewesen, wisse nit, wo
diser orth lige.

15.

Ob sie auch von dar nichts gehört,
ds ein beträchtlicher diebstahl ge=
schehen seÿe?

Wisse nichts daruon [davon].

16.

Warumb sie entweichen wollte,
als man die Männer beÿge=
fangen?

Sie habe nit verlangt zue entweich,
müsse nur die andr sein, so
zue entflichen begehrt.

17.

Wie das andr Weibsbild heisse, so
mit ihr anher geführtword.
und wer sie seÿe?

Heisse Lisabeth, sie habe gsagt
sie seÿe ein Schwäbin, und seÿe
erst zue ihro gekommen, als man
sie beÿgefangen, acht Tag vorhere.

18.

Werde nochmahls güetl. erinnert
die Wahrheit zue bekännen, ds
man nit gemüssiget werde
die scherpfe vorzuekehren.

Sie kenne nichts anders sagen,
als was sie bereits schon
bekennet habe.

19.

In was für einem Standt
sie sich befünde?

Sie seÿe zwar nit würkl. ver=
heurathet, aber von dem Kerl
schwanger ohngefehr 11. bis 12.
Wochen.

Praelecta confirmavit, et interus ad
Carcerem remissa.

Inquisitionsprotokoll Anna Maria Zech [Zäch] 1750 (2)

Actum d. 7t 7'b: 1750
Praeh: tit: H: Joss Canzler ganal.

20

Wessen sie sich seith letzten
mahl besonnen.

Sie wisse nichts.

21.

Obe ihr den nichts, so sie bekennen
solle, eingefallen seÿe?

Was ihr solte einfallen, sie
habe ia nichts gethan.

22.

Sie könne ihr wohl einbild.
ds man sie nit ohne Ursach
werde hieher geführt haben?

Sie wüsse kein Ursach ihrer
Beyfangung.

23.

Obe sie noch darauf beharre
ds igr die Ohren und Nasen
ein Soldaten leben abgeschnitten
worden?

Ja, und zwahr zue Bitsch
in fra[n]khreich ohnweit deren
Lotharing. Gränzen.

24.

Wan man aber berichts hätte,
ds es mit der Nasen und Ohren
anderst hergegangen, was
sie dazue sagen würde.

Sie kenne nichts anders sagen,
seÿe dem also wie sie schon
öfters gemeldet habe.

25.

Wan man aber Kundschaften
hätte, welche gehört, von Ihrem
mitgänger ihr " zuegeruffen
word. zue sein, was sie neml.
sagen solte, wan man sie
fragen wurde, was es für
beschaffenheit mit Nasen und
Ohren habe?
" in der gefangenschafft

Was diser Kerl ihr solte
zuruffen, er seÿe nit darbeÿ
gewesen, da ihr dises
begegnet seÿe, sie habe es
ihnen selbsten gesagt, wie es
ihr ergangen, beharre noch=
weils, ds ihr solches zur Bitsch
in dem lager geschechen.

26.

Solle sagen an was für
einem Tag sie und der Frantz
zue den Franzosen und dessen
weib gekhommen seÿen?

8 Tag vor igrer beÿfangung,
neml: Sambstag den 22t
verwihenen Monaths August
seÿen sie beÿ dem Weÿher
zu Gossau zusammen ge=
khommen, und selbige Nacht nicht
weit darvon in einem hoff über=
nachtet, ander tags in die Kürch=
weher Gossau gegangen, alda etwas Fleisch
und Brot gekaufft, und mit
ein ander zurükh zue dem Weÿher
gegangen, auch aldorten an der
Strass solches ge...ahrt, und

Inquisitionsprotokoll Anna Maria Zech [Zäch] 1750 (3)

Actum et continuatum St. Fidenabr> den 18. 7bt 1750
Praesent. tit. ihro gnad. Hr. Baron Landhgt Mr,
H: Hofcanzler Ganal.

gesse; von dar seÿen sie auf
den Abendt wirumb zurükh
des orth om negst daran gelegen herwerts St. Gallen übernachtet.

27.

Wo sie den Montag darauf
hingegangen, und sich bis Freitag
selbige Woche aufgehalten
haben?

Montag seÿe St. Barthemes Tag
gewesen, daher seÿen sie in
die Frühmess nachen Gossau, von
dar weg gegen Wÿl zuegang,
und ohngefehr eine Stund von
Gossau in einem einschichtig Hof
übernachtet, am Dienstag haben
sie sich besser hinunter über
die Thur begeben, und allda
in einem Dorf, so sie nit zue nennen
wisse, über Nacht geblieben, am
Mittwoch seÿen sie einer Brugg
zuegangen, wo ein Mühle an der
Straß seÿe, auch ein Pfarrhof
und Dorf ohngefehr eine halbe
Viertelstund daruon [darvon], allwo
sie auf den abent gekocht, und
beÿ dem Messner übernachtet.
Donnerstag darauf haben sie sich
widerumb heraufwerrths begeben,
und in einem einschichtigen Hof,
wo oberhalb ein Schlössle, und
underhalb eine Mühle, so glatt=
burg heissen solle, die Nachtherberg
gehabt. Freÿtag darauf

seÿen sie wid Gossau herauf zue=
gegangen, beÿ dem Weÿher, all=
wo sie kochen wollen, aber aus
Mangel des Schmaltzes nit können,
sich nidgelassen, die Männer
haben mit ein ander umb Nuss [?]
gespilt, sie aber seÿen denen
Höfen nachgegangen umb zue
haischen, wo inzwischen die
Männer beÿgefangen, und
sie Weiber nach der Handt auch ange=
halten worden.

28.

Wie sie sich in ihr gefangen=
schaft befinde?

Sie habe halt lange Weil, und
seÿe ein Elend.

29.

Sie könne ihr selbsten ein Endt
mach, so sie der Obrigkeit die
Warheit bekenne.

Habe es ia bereit, wisse nichts
anderes zu sagen.

30.

Wie sie sagen dörfe, ds sie
die Warheit bekent, indemme
es nichts andre als s. v: laute ohnwarheiten seÿen?

Nein es seÿen keine Lügen,
sondern alles wahr.

Praeh: tit: H: Joss Canzler ganal.

20

Wessen sie sich seith letzten
mahl besonnen.

Sie wisse nichts.

21.

Obe ihr den nichts, so sie bekennen
solle, eingefallen seÿe?

Was ihr solte einfallen, sie
habe ia nichts gethan.

22.

Sie könne ihr wohl einbild.
ds man sie nit ohne Ursach
werde hieher geführt haben?

Sie wüsse kein Ursach ihrer
Beyfangung.

23.

Obe sie noch darauf beharre
ds igr die Ohren und Nasen
ein Soldaten leben abgeschnitten
worden?

Ja, und zwahr zue Bitsch
in fra[n]khreich ohnweit deren
Lotharing. Gränzen.

24.

Wan man aber berichts hätte,
ds es mit der Nasen und Ohren
anderst hergegangen, was
sie dazue sagen würde.

Sie kenne nichts anders sagen,
seÿe dem also wie sie schon
öfters gemeldet habe.

25.

Wan man aber Kundschaften
hätte, welche gehört, von Ihrem
mitgänger ihr " zuegeruffen
word. zue sein, was sie neml.
sagen solte, wan man sie
fragen wurde, was es für
beschaffenheit mit Nasen und
Ohren habe?
" in der gefangenschafft

Was diser Kerl ihr solte
zuruffen, er seÿe nit darbeÿ
gewesen, da ihr dises
begegnet seÿe, sie habe es
ihnen selbsten gesagt, wie es
ihr ergangen, beharre noch=
weils, ds ihr solches zur Bitsch
in dem lager geschechen.

26.

Solle sagen an was für
einem Tag sie und der Frantz
zue den Franzosen und dessen
weib gekhommen seÿen?

8 Tag vor igrer beÿfangung,
neml: Sambstag den 22t
verwihenen Monaths August
seÿen sie beÿ dem Weÿher
zu Gossau zusammen ge=
khommen, und selbige Nacht nicht
weit darvon in einem hoff über=
nachtet, ander tags in die Kürch=
weher Gossau gegangen, alda etwas Fleisch
und Brot gekaufft, und mit
ein ander zurükh zue dem Weÿher
gegangen, auch aldorten an der
Strass solches ge...ahrt, und

Inquisitionsprotokoll Anna Maria Zech [Zäch] 1750 (4)

Hierauf würdet ihro der vorhandene und
beÿ der Beÿfangung eingebrachte Sakh /: in
welchem die gstohlenen Sachen gefunden wurden :/
vorgewisen, und sie hierauf gefragt:

31.

Sie habe iüngst gesagt, ds sie
vor 13. Wochen zue Co[n]stanz
mit dem hier infrigenden
Franz Bluem Braut worden,
mit wemme sie dan vorhero
herumgezogen, und wo sie sich
aufgehalten?

Mit einem Weibsbild seÿe sie
aus dem Elsaß herauf gegen
Constanz gekommen, und welche
sie nicht anderst kenne, als ds
sie Listel heisse.

32.

Wan sie dan ds erste mahl in dises landt gekommen?

Seÿe etwas mehrers als 2. jahr.

33.

Wie sie sich ernehrt und
erhalte.

Mit Strikhen und bettlen.

34.

Ob sie noch darauf beharre ds
sie schwanger seÿe?

Bleibe darauf.

35.

Wan aber die Hebam sagete
es wäre nit dem also was
sie dazue sagete.

Könne nicht anderst sagen.

36.

Werde gütlich erinnert
die Warheit zue bekennen,
sonsten werde man sie mit
schweren frag ahnzue=
greifen wissen.

Habe schon alles bekennet, habe
niemahl nicht gestohlen.

37.

Wem diser Sakh zuegehöre?

Ihre seÿe er nit, wisse nicht
wem er zuegehöre?

38.

In disem bemelten Büntel
haben sich bekanter Dingen eine
quart Kanthen, 2. Teppich,
Leülach befunden, werde dahero
nochmals erinnert zue sagen wem
selber zuegehört habe?

Er seÿe einmahl nit ihro, könne
nit sagen, wem er gehöre,
habe solchen niemahls gsehen.

39.

Wan aber Eÿdl: Kundschaften
vorhanden wären, welche
aussageten, ds der nembliche
Buetel an dem Orth, wo sie
bruck Weiber und die Mans"
bilder aufgehalten, und beÿ=
gefangen worden, und zwahr
zwischen Tännele verstekht
worden seÿe, wie sie mit
ihrem aussagen bestehen könne?

Kundtschaften mögen reden
was sie wollen, der buetel
gehöre ihro nicht zue, noch wisse
sie wessen er seÿe?

40.

Ob sie dan Eÿdl: Kundschaften
vermeine zue hintertreiben?

Sie müste nur liegen, wan
sie sagete, der Büetel gehöre ihro zue.

Inquisitionsprotokoll Anna Maria Zech [Zäch] 1750 (5)

Quelle: Vorarlberger Landesarchiv 202/288 Rep. 14-120 Reichsgrafschaft Hohenems Akten (HoA 153,06).

 

__________
Erstellt durch Daniel Stieger (letzte Aktualisierung: 07.11.2021)
Letzte Änderung der Daten: 2017-09-03
Quellen: VLA, Reichsgrafschaft Hohenems 153 (1750)
 
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