*** Paul Dietsche ***

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Matthias

Dietsche

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Maria Lidowina (Lidwina)

Dietsche-Langenegger

... Eltern von ...

Paul

Dietsche

* Mi, 1893-10-18
† Do, 1972-01-13

... verheiratet mit ...

...

 

 

 

 

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*** Report ***


Personalien

Name

Paul Dietsche

Bürger von

Kriessern, Oberriet, SG

Geboren am

1893-10-18 in Kriessern, Oberriet, SG

Gestorben am

1972-01-13 in Rorschach, SG

Beruf(e)

Pfarrer; Kanonikus

Wohnort(e)

Kriessern, Oberriet, SG (1893); St. Gallen; Rorschach, SG (1972)


Eltern

Vater

Matthias Dietsche (1862-02-24 bis 1942-12-13)

Mutter

Maria Lidowina (Lidwina) Dietsche-Langenegger (1860-05-18 bis 1923-05-29)

 

Karte

 

Nachruf

Am 18. Oktober 1893 wurde Paul als 4. Kind des Mathias Dietsche und der Lidwina geb. Langenegger in Kriessern geboren. Neben seinem Landwirtschaftsbetrieb versah der Vater den Messmerdienst an der Pfarrkirche, der nun schon über 150 Jahre (seit 1820) der Dietsche-Familie anvertraut ist. Im Kreis von vier Brüdern und fünf Schwestern hatte der aufgeweckte Knabe reichlich Gelegenheit, sich in geschwisterlicher Solidarität, Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme zu üben. In den Kapuzinerkollegien von Appenzell und Stans nahm der hoffnungsvolle Student mit offenem Herzen die christlich-humanistischen Bildungswerte für Geist und Gemüt in sich auf. Für alles Wahre, Gute und Schöne aufgeschlossen, holte sich der ideal gesinnte Jungmann, der schon früh die Berufung zum Dienst im Heiligtum in sich spürte, an der Alma Mater Friburgensis eine gründliche theologische Ausbildung und wurde dann am 25. März 1919 von Bischof Robertus Bürkler zum Priester geweiht. Nach der Primiz, die er am 29. April in seiner Heimatkirche feierte, kam er als Domvikar nach St. Gallen. Mit dem Elan und Optimismus des Neupriesters arbeitete er sich in die vielfältigen Aufgaben der Stadtseelsorge ein und nahm sich als Jugendpräses im Geiste Don Boscus besonders der Jungmänner und ihrer spezifischen Probleme an. Er hatte ein eigenes Charisma, den priesterlichen Kontakt mit den Jugendlichen zu finden und sie für ein vom Glauben geprägtes Jugendethos zu begeistern.

Im Jahr 1930 berief ihn das Vertrauen des Bischofs als ersten Pfarrer an die neuerrichtete Pfarrei Heiligkreuz / St. Gallen. Hier entfaltete der junge, von apostolischer Energie geladene Seelsorger eine vielseitige und erfolgreiche Wirksamkeit im Aufbau und in der Konsolidierung der aufstrebenden Stadtpfarrei. Es war die Zeit eines blühenden Vereinswesens und der aufkommenden Katholischen Aktion, und die damaligen Krisenjahre mit ihrer Knappheit in materieller Hinsicht förderten umso mehr Sinn und Empfänglichkeit für die idealen Werte.

1941 trat Paul Dietsche in Rorschach die Nachfolge von Stadtpfarrer und Kanonikus Jakob Stillhardt an. Es war nicht leicht, sich in der pastorellen Leitung und Betreuung der sozial und gesellschaftlich anders strukturierten Gemeinde zurechtzufinden. Doch der seelsorgliche Eifer und der spontan gepflegte Kontakt mit den Gemeindegliedern, gepaart mit kirchlicher Prinzipientreue und einem angeborenen Sinn für das Praktische und Realisierbare, halfen ihm, die anstehenden Probleme, mit Unterstützung des ganzen Seelsorgeteams, glücklich zu meistern und der grossen Pfarrei als besorgter Vater und wachsamer Hirte vorzustehen. So sehr er sich bemühte, den pastorellen Einsichten und Anforderungen der neuen Zeit gerecht zu werden, blieb er doch auch den bewährten Grundsätzen traditioneller Seelsorge und persönlicher Priestererfahrung treu. Besonders lag ihm das geistige und seelische Wohl der Jugend am Herzen.

Fast zwei Jahrzehnte trug er die Last und Verantwortung der weitverzweigten Pfarrseelsorge. Daneben betreute er das Amt des Kapitelsdekans. Im Jahre 1952 wurde seine verdienstvolle Tätigkeit durch die Wahl zum Ruralkanonikus gewürdigt, und im gleichen Jahr bestellte ihn das Katholische Kollegium zu seinem Präsidenten für die Amtsdauer 1952/53. Die jahrzehntelange anstrengende Arbeit im Weinberg des Herrn hatte schliesslich seine Kraft und Gesundheit dermassen absorbiert, dass er im Herbst 1960 vom Stadtpfarramt zurücktrat und sich als Resignat in das der Kirchgemeinde Rorschach gehörende «Witta-Haus» [Anm.: Pfarrhaus Wittahaus, Mariabergstrasse 18] zurückzog. Doch stellte er sich bereitwillig noch für etwa acht Jahre für die Krankenseelsorge im Spital Rorschach zur Verfügung, eine pastorelle Aufgabe, die ihm von jeher ein Herzensanliegen war. Es war ihm vergönnt, bis zum letzten Lebenstag die geistige Frische und Beweglichkeit zu bewahren, bis ein unerwarteter Hirnschlag mit seinen unausweichlichen Folgen den Vorhang seiner Lebensbühne langsam schloss.

Paul Dietsche (1893-1972)

http://portraitarchiv.genealogie-zentral.ch/h_freedetail.php?status=nurzeigen&hid=193524 und Unser Rheintal 1973, p. 111

 

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Erstellt durch Daniel Stieger (letzte Aktualisierung: 31.08.2019)
Letzte Änderung: 2018-05-05
Quellen: Oberriet, Bürgerregister (No. 2605) - Kind; http://portraitarchiv.genealogie-zentral.ch/h_freedetail.php?status=nurzeigen&hid=193524
 
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