Stieger Heraldry

Wappen von OberrietOberriet

Geschichte

Ausser auf dem Montlingerberg wurden auch in Oberriet prähistorische Funde gemacht: Ziernadel und Dolch aus Bronze auf dem Blattenberg, Lanzenspitze, Messer, Lappenaxt aus Bronze, sowie römische Kupfermünzen unweit dem Dorf [HBLS-05].

Um 719 gründet der Alemanne Otmar (am rätischen Bischofssitz in Chur ausgebildet und geweiht) das Kloster St. Gallen. Er wurde vom Arboner Tribun Waltram zum Vorsteher der Gallus-Zelle eingesetzt und mit der Einführung eines regulären Klosterlebens beauftragt.

Im 8. Jahrhundert entstand der königliche Reichshof Criesserrun mit dem königlichen Verwaltungshof zu Kriessern. Alle Höfe, welche nicht urbarisiert waren, wie auch das vom Rhein immer wieder überschwemmte und verwüstete Oberriet, gehörten den deutschen Königen oder Kaisern.

Mit dem Bau einer Kirche in Montlingen im 9. Jahrhundert bildeten sich zwei Zentren im Hof: Kriessern mit der weltlichen Verwaltung und Montlingen als kirchlicher Mittelpunkt.

Im Jahre 1229 vermachte der deutsche König den Reichshof Kriessern dem Kloster St. Gallen. Abt Berchtold von Falkenstein liess von 1244 bis 1277 die Burg Blatten zur Verteidigung seines Besitzes in Fronarbeit erbauen. Im 14. Jh. übernehmen - nach den Motfortern - die Grafen von Werdenberg und danach die Habsburger die Vogtei Rheintal.

Durch Pfändung und sonstige Veräusserungen gelangte der Hof Oberriet in die Hände des ostschweizerischen Adels, wie an die von Ramschwag / Ramswag und an die von Rosenberg.

Um 1403 belagern die Appenzeller mit den verbündeten St. Gallern die österreichische Landstadt Altstätten. Nach dem Sieg der Appenzeller 1405 (Schlacht am Stoss) schliesst Altstätten mit den Appenzellern und den St. Gallern ein Bündnis auf 10 Jahre.

1424 übernimmt der Graf von Toggenburg die Landesherrscheft im Rheintal.

Die Herrschaft Rheintal wird ab 1444 dem Ort Zürich untertan.

Erst 1448 wird Oberriet erstmals urkundlich erwähnt [HBLS-05].

Abt Ulrich (Rösch) von St. Gallen erwarb 1486 den Hof Oberriet von den Erben Ulrich von Ramswags. Um die Gefälle einzuziehen und seine Rechte als Herr zu wahren, liess der Abt auf der Burg Blatten bei Oberriet Vögte einsetzen, die bis zum Zeitalter der Helvetik (1798) dort walteten. Neben freien Leuten gab es damals eine grosse Zahl, die im Laufe der Zeit Leibeigenen geworden waren.

Alle Untertanen hatten jährlich auch dem neuen Herrn (Abt von St. Gallen) insgesamt 32 Pfund Pfennige zu zahlen. Fünf Pfunde machten 1486 den Wert eines Rosses aus. Die Leibeigenen oder Eigenleute hatten jährlich zudem noch eine Fastnachtshenne und einen Tagwan (d.h. ein Tagwerk) zu zahlen und nach ihrem Tode den Totenfall oder 'Lass' zu entrichten (d.h. das beste Haupt Vieh oder das beste Gewand).

Der Abt wählte durch den Vogt den Hofammann und diese miteinander die 12 Richter. Das Amt eines Hofammanns blieb in den Händen weniger Familien, wie z.B. der Lüchinger von Eichenwies, oder der Wüst und Zäch von Oberriet. Das Gericht mit dem Hofammann vertrat namens des Abtes die Interessen des Hofes nach aussen und sorgte für Ordnung im Innern der Gemeinde durch Handhabung der Offnung oder Gemeindesatzung, wo die Hofleute noch ein bedeutendes Mitspracherecht ausübten.

Der Abt von St. Gallen war jedoch nur der niedrige Gerichtsherr. Die hohe Gerichtsbarkeit, wie das Recht schwere Vergehen zu bestrafen und über Leben und Tod zu richten, übten seit 1490 die Eidgenossen ("Gemeine Herrschaft" der sieben Orte) aus. D.h., von 1490 bis 1798 war der Hof Kriessern ein Untertanenland der Eidgenossen.

Nach der Eroberung durch die Eidgenossen wird die Herrschaft Rheintal ab 1490 den acht Orten Zug, Glarus, Schwyz, Uri, Unterwalden, Luzern, Zürich und Appenzell gemeinsam untertan. Diese Orte schicken alle zwei Jahre im Turnus einen Landvogt ins Rheintal (Schloss Rheineck). In dieser Zeit bestand die Eidgenossenschaft aus 13 souveränen Ständen, 14 zugewandte Orte und etwa 22 Untertanengebiete. Zur letzteren Kategorie gehörte auch das Rheintal. Dennoch gehörte der Hof Kriessern weiterhin der Abtei St. Gallen.

Während der Hofammann im Namen des Abtes fungierte, so wirkte der Landvogtammann in der Gemeinde als Stellvertreter des Landvogts, für den er die Gefälle und Bussen einzog.

Grund und Boden des Hofes waren zum Teil Privateigentum, zum Teil gemeinsamer Besitz oder 'Allmende'. Letztere schwand immer mehr dahin, da der Hof in Geldnöten oft gemeinsamen Besitz an Private verkaufte. Vom grundherrschaftlichen Standpunkt aus waren die Liegenschaften und in ihnen die einzelnen Grundstücke zum Teil frei, zum Teil als Lehen einem Grundherrn unterworfen. Solche Grundherren waren im Hofe der Abt von St. Gallen, die Edlen Tumb von Neuburg und die Herren von Ems. Sie waren jedoch bloss Obereigentümer über das von ihnen an die Oberrieter ausgelehnte Land. Denn praktisch verfügten die Inhaber der Lehen über diese, wie über ihren eigenen, freien Besitz. Sobald jedoch ein neuer Abt gewählt wurde oder ein Familienvater (als Lehenmann oder Inhaber von Lehen) starb, musste das Lehen von neuem vom Abt oder dessen Stellvertreter empfangen werden. Dies wurde in den Lehensbüchern dokumentiert (diese enthalten nur die Lehen und dokumentieren nicht den gesamten Besitz einer Person).

1523 beginnt in der Schweiz die Reformation. Sie erfasst auch das St. Galler Rheintal.

1539 wurde südlich der Pfarrkirche die 'Burg' gebaut. Sie diente als äbtisches Zoll- und Zehntenhaus. Seit 1965 steht die Burg unter Denkmalschutz.

Pestjahre: 1564, 1594 und 1611.

Bis anfangs 16. Jh. lag die politische Verwaltung der Region bei Kriessern. Danach ging diese Verantwortung an Oberriet über. Dies lag vor allem an der günstigeren Lage Oberriets.

Vor 1620 fanden die Taufen in den oberen Weilern in Rüthi oder in Rankweil (jenseits des Rheins) statt. In der Mutterkirche Montlingen wurden jeweils dann nur die Taufnamen eingetragen.

1612 stellten die Oberrieter das Gesuch um Abhaltung eines Wochenmarkts. Dies wurde abgewiesen, da dies dem Hof Kriessern hätte schaden können. Hofammann Ulrich Lüchinger und Landvogtsammann* Johann Dietschi reichten danach ein neues Gesuch ein. Am 16. April 1623 gewährte dann Abt Bernhard von St. Gallen dem Reichshof Kriessern und Oberriet die Bewilligung einen Wochenmarkt und drei Jahrmärkte abzuhalten.

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*Landvogtsammann wurde - im Unterschied zum Hofammann - jener Ammann genannt, der vom eidgenössischen Landvogt zu Rheineck zur Wahrung der Interessen der acht regierenden Orte gewählt wurde.

Militärisch war das Rheintal seit 1628 in 4 Quartiere (Oberriet, Altstätten, Berneck und Rheineck) eingeteilt. Der Auszug bestand von 1697 an aus 4 Kompagnien zu 300 Mann [HBLS-05].

Bereits anfangs des Jahres 1629 kursierten Gerüchte vom Herannahen der Pest. Der äbtische Vogt auf Blatten hatte zwar noch am 19. Februar 1629 an den Rat zu Feldkirch geschrieben, dass er niemanden im Rheintal kenne, der an dieser Sucht darniederliege. Dagegen habe die Seuche sich an zwei oder drei Orten im Vorarlberg eingerissen. Erst im August 1629 überzog die Pestwelle das Rheintal. Die Aebtische Regierung setzte - wie überall - auch in Oberriet eine Pestordnung fest. Nach der Vogtrechnung (Kriessern) starben im Hofgebiet 110 Menschen (dabei dürften noch zahlreiche Todesfälle verheimlicht worden sein um den 'Fall' nicht entrichten zu müssen). Insbesondere der Vogt 'Johannes Dietschi' und sein Sohn 'Hans Dietschi' hatten den Abt in grösserem Stile betrogen. In Zeiten der Pest wurden grössere und kleinere Vergabungen für kirchliche Zwecke in ausserordentlicher Zahl gemacht.

1622 und 1640 wurden die Kapelle von Kriessern und Oberriet ausgebaut. 1640 besassen beide Orte einen Tabernakel. Seitdem durfte in Oberriet zweimal wöchentlich (in Kriessern einmal) die heilige Messe gelesen werden.

1643 wurde der Beschluss gefällt, ein neues Rathaus zu bauen (vermutlich das spätere Gasthaus zum Adler, welches 1981 niederbrannte; siehe dazu Schulgeschichte Seite 12/13). Die Kosten waren so hoch, dass die Kriessener sich zuerst weigerten ihren Teil daran zu bezahlen. Das alte Rathaus sollte danach als Schulhaus verwendet werden. Das Rathaus war dann 1647 bezugsbereit. Hans Mattli war 1647 der erste "Ratshauswirt". Es folgten Jakob Wüst, 1650 Joseph Dietschi, 1651-1657 jung Jakob Dietschi, etc. Siehe Schulgeschichte (Seite 12). Das Rathaus wurde 100 Jahre später für 800 Gulden an 'Johannes Stiger von Kobelwald' verkauft.

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde im Rheintal bereits Mais ("Törgga", "Türken") angebaut. Quelle: Oesch-Maggion, Otto: Der Hof Balgach. Altstätten 1930.

1762 verursachte eine Rheinüberschwemmung eine grosse Verheerung.

1771 wird die Allmend 'Eisenriet' an die Rheintaler Höfe verteilt.

Die Visitation von 1722 nennt zwei grössere Bildstöcke in Oberriet. Einer befindet sich beim Rathaus, und der andere ausserhalb von Eichenwies. Letzterer wurde später in eine kleine Kapelle umgewandelt.

1774 Bau der neuen rheintalischen Verkehrsstrasse. Damit wurde Oberriets' günstigere Verkehrslage gegenüber Kriessern gefestigt.

1776 werden - aufgrund der Lebensmittelknappheit (Getreideeinfuhrsperre) - Mais und Kartoffeln in grossen Mengen angepflanzt. 1794, nachdem die Preise für Lebensmittel immer höher (Fruchtsperre Oesterreichs gegen die Schweiz) und der Verdienst immer geringer wurde, beschliesst Altstätten, dass jeder "rietträttige" Bürger einen grossen und einen kleinen Teil Riet zugeteilt erhalte (um die Selbstversorgung anzustreben).

1792 wurde der Grossteil der Güter unter die Ortsgemeinden Kriessern, Montlingen, Eichenwies, Oberriet, Holzrhode und Diepoldsau verteilt. Oberriet erhielt damals (durch Losentscheid) die Alpen Kienberg und Strüssler zugeteilt (die Alp Strüssler wurde Oberriet bereits 1669 einmal per Losentscheid zugeteilt). Die Neuenalp gelangte erst 1873 durch Ersteigerung in den Besitz von Oberriet. Der ungeteilt gebliebene Besitz bildet heute das Eigentum des Allgemeinen Hofes Oberriet.

Mit der französischen Revolution (1798) erhielten die Rheintaler von der eidgenössischen Tagsatzung die volle Unabhängigkeit. Doch nur für kurze Zeit gehörte der Hof zur Republik Rheintal. 1798 bis 1801 war das Rheintal Teil des Kantons Sargans, 1801 bis 1802 dann Teil des Kantons Säntis, dessen Grenze gegen den Kanton Linth über den Blattenberg verlief.

1800 wurden an der Hauptschule (nur im Winter!) 160 bis 200 Kinder unterrichtet (davon etwa 10 bis 15 Knaben mehr als Mädchen).

1799 wurde das Schloss Blatten von den Oesterreichern im Kampf gegen die Franzosen zerstört. Die Oberrieter verwendeten die Burg in der Folge als Steinbruch für ihren Kirchenbau.

1803 entstand mit dem Kanton St. Gallen aus dem freien Reichshof Kriessern die politische Gemeinde Oberriet. Innerhalb der Gemeindegrenzen entwickelten sich die fünf heutigen Dörfer und erhielten schliesslich auch jedes eine eigene Kirche.

Bei der Gründung des Kantons St. Gallen im Jahre 1803 wurden - wie in anderen Kantonen in den von Napoleon besetzten Staatsgebieten - alle Kantonseinwohner zu Bürgern ihrer jeweiligen Wohnorte. Frühere Ortsbürgerrechte waren eher Miteigentumsrechte an lokalen Genossenschaften (Allmenden, Wald, Kirchengüter, etc.).

Am 21. Mai 1808 wurde Oberriet mit Moos und Rehag vom Bischof zu Konstanz von der Mutterkirche zu Montlingen losgetrennt und zu einer eigenständigen Pfarrei erhoben. Am 16. April dieses Jahres wird im Kantonsblatt (No. 9) verkündet, dass in Oberriet jeweils mittwochs ein Viehmarkt abgehalten werden soll. Am 20. Juni des gleichen Jahres hatte der kleine Rat von St. Gallen zu dieser Verselbständigung seine Zustimmung gegeben.

1810 kostete die Mass (1.5 Liter) Weisswein im Wirtshaus 16 und Rotwein 24 Kreuzer. Das Pfund Kuhfleisch kostete 10 und Kalbfleisch 12 Kreuzer, ein Pfund Weissbrot 5 Kreuzer und 1 Denar. Nach einer Missernte im Jahre 1816 stiegen die Preise im Frühjahr 1817 in schwindelerregende Höhe. So galt im Mai das Malter (etwa 224 Kilogramm) Korn über 100 Gulden, der Zentner Kartoffeln zwischen 10 und 11 Gulden, und der Laib Brot bis 1 Gulden 52 Kreuzer.

Nachdem der französische Krieg seit 25 Jahren ganz Europa im Banne hielt, fand er 1815 endlich sein Ende.

Die Jahre 1813 bis 1820 brachten eine grosse Hungersnot ins Rheintal. In den Jahren 1813 und 1816 regnete es im Sommer grosse Mengen (Bericht von Pfarrer Breu).

Am 10. April 1815 brach der Vulkan Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa aus. Die Folgen der Aschewolke waren verheerend. Das Jahr 1816 ging als das «Jahr ohne Sommer» in die Geschichte ein. Gemäss Universität Bern lagen die Temperaturen in den Sommermonaten in der Schweiz 2.3 bis 4.6 Grad unter dem langjährigen Mittel. In der Schweiz regnete es 1816 praktisch kontinuierlich von Mai bis September, in den Sommermonaten fiel gar Schnee bis auf 700 Meter. Vor allem die Nordostschweiz wurde sehr hart von der Hungersnot getroffen, die Getreidepreise stiegen um das 6-fache. Jeder Kanton schaute für sich («sie sperrten einander das Getreide»). Viele Menschen assen aus Verzweiflung Gras. Es gab zudem eine Übersterblichkeit und massive Geburtenausfälle, weil die Fruchtbarkeit der Frauen vorübergehend aussetzte.

Über 1816 heisst es: "Durch den unaufhörlichen Regenanhalt wuchs die Traube langsam, blühte erst um Jakobi und am Gallustag war sie noch an Beeren klein und steinhart; auch der Mais stand an Kernen leer da, welche beide noch durch einen frühen Reiffrost verbrannt wurden. An mehreren Orten traten die Flüsse aus den Ufern und versengten die Erdäpfel völlig.". Im Jahr 1817 regnete es - nach einem guten Sommeranfang - in den Sommermonaten beinahe unaufhörlich, was der Ernte schadete. Selbst die Kartoffelernte scheiterte als dann nach den Regennächten vom 13. auf den 14. Juni und danach nochmals vom 27. auf den 28. August an mehreren Orten der Rhein und die Bäche über die Ufer traten (der Föhn löste gleichzeitig die noch mächtigen Schneemassen im Gebirge). Nur noch die Kronen der Bäume, Dächer und Kirchtürme ragten aus den Fluten. Als Folge waren die Lebensmittel sehr knapp und die Preise kletterten in die Höhe. Einzig das Fleisch war einigermassen erschwinglich, denn wegen der Futterknappheit musste das Vieh abgetan werden. Von den 23'635 Einwohnern des Tals starben im Jahr 1817 allein 1141 (an Unterernährung, sowie am sich ausbreitenden Faul- und Nervenfieber), währenddem nur 313 Kinder zur Welt kamen. In Montlingen wurde ein Armenfonds errichtet, so dass niemand an Hunger sterben musste.

Wenn sich in jener Zeit Menschen begrüssten, dann lautete die Frage immer: "Hast Du heute schon gegessen?". Auch heute noch existiert die Begrüssung "Gäassa?" (aber nur noch nach dem Mittagessen).

Zwischen November 1824 und März 1825 starben viele Kinder und einige ältere Personen an 'Blatter[n]' (d.h. an den Pocken).

In der zweiten Hälfte des Jahres 1840 starben viele Kinder an der weissen und der roten Ruhr. Vermutlich handelte es sich um die Bakterienruhr. Diese tritt meistens in Gebieten mit mangelnder hygienischer Versorgung auf, mit schwereren Verlaufsformen bei einer geschwächten Immunabwehr oder bei Mangelernährung.

Am 27. September 1840 trennten sich die Schulkreise Montlingen und Eichenwies von Oberriet und bildeten seither eine eigene Schulgenossenschaft. In diese Zeit fällt auch die Einführung der Arbeitsschule. 1841 wurde für diese das erste Spinnrädchen angeschafft (zu dem später ein zweites kam). Siehe Schulgeschichte (Seite 47).

1850 wurden Gulden, Batzen und Kreuzer durch Franken und Rappen abgelöst.

Der Rhein suchte die Talschaft oft mit schweren Überschwemmungen heim. In den Jahren 1855, 1868, 1871 und 1890 war das Ausmass der Katastrophe besonders gross.

Am 28. September des Jahres 1868 durchbrach der Rhein den Damm sowohl in Montlingen als auch in Oberriet. Die Leute trieben ihr Vieh auf den Montlingerberg, der wie eine kleine Insel aus dem Wasser ragte. Am 4. Oktober kam es dann aber noch schlimmer! Beladene Schifflein fuhren durch das Dorf um den eingesperrten Leuten Lebensmittel zu überbringen. Nach dieser Überschwemmung lief eine internationale Hilfsaktion an. Allein an Bargeld kam die stolze Summe von 47'000 Franken zusammen; zudem gingen viele Kleider- und Lebensmittelspenden ein. Vom 4. Oktober bis zum 27. Dezember wurde beim Pfarrhaus eine eigens eingerichtete "Suppenanstalt" unterhalten.

Die Rheinkorrektion wurde 1865 in Angriff genommen.

Gesamtansicht Montlingen 1868

Montlingen Tänneli 1868

1871 durchbrach der Rhein fünfmal seine Uferdämme und verheerte die Felder. Der Schaden belief sich auf eine Million Franken. Innerhalb weniger Woche wurde Hilfe im Umfang von 428'000 Franken gefunden. Frankreich steuerte über 200'000 Franken bei.

Vor dem Bau der Eisenbahn durch das Rheintal 1855 gelangte der Gemeinderat von Oberriet an den kleinen Rat des Kantons mit einer Petition, welche verlangte, dass die Bahnlinie in gerader Linie von Oberriet nach Au zu führen sei. Der Bau der Eisenbahnlinie wurde als Anlass zur "Entsumpfung" von Au genommen. 1858 fährt die erste Eisenbahn durch das Rheintal.

Bau der Holzbrücke nach Meiningen 1870/71. (Am 24. Oktober 1863 machten die Schulen einen Ausflug nach Feldkirch, bei welchem der Schifferlohn für die Fähren 3 Franken betrug.) Die Holzbrücke wurde 1873 fertiggestellt und 1962 abgebrochen.

Die Oberstufenschule nahm ihren Anfang im Jahre 1875. Eine Bürgerschaft der politischen Gemeinde Oberriet sprach sich sonntags, den 10. Oktober 1875 im Rössli in Oberriet für die Schaffung einer zweistufigen Realschule aus und beauftragte ein provisorisches Realschulcomité, die einleitenden Schritte zu tun. Das Comité wurde aus folgenden Herren bestellt:

  • Alt Vermittler C. Sartory, Präsident des Comités in Oberriet
  • Gemeindeammann J. Lüchinger, in Oberriet
  • Ingenieur C[arl] Saylern, in Oberriet
  • Lehrer Johann Jakob Eugster, in Kobelwald
  • Bauführer Emil Stieger, in Oberriet
  • Präsident Loher, in Montlingen
  • Kantonsrat Lüchinger in Montlingen

Bau des neuen Schulhauses März 1876 bis 28. Dezember 1876.

Schulhaus Oberriet 1876-1936

Die Genossenversammlung vom 23. August 1874 beschloss den Bau des neuen Schulhauses (auf dem Platz des alten Gebäudes; d.h. dieses wurde abgerissen). Der Plan wurde vom Baumeister Joh. E. Gächter in Oberriet erstellt. Das Gebäude wies vier Schulzimmer und drei Lehrerwohnungen auf. Das vierte Zimmer war für die neu gegründete Realschule bestimmt. Siehe Schulgeschichte (Seite 48ff).

1881 folgte die Erweiterung der Oberschule zur Dreivierteljahrschule.

Anfangs Januar 1886 notierte Pfarrer Gämperle anlässlich des Todes des Jünglings Johann Mattle im Totenbuch: "Im Frühling dieses Jahres gab es sehr viele Sterbefälle, war überhaupt ein ganzes …feld. Es war ein erst besonders kalter aber langer Winter. Die Influenza herrschte fast epidemisch.".

Im grössten Brand, den der Kanton St. Gallen erlebte, verbrannten am 21. September 1890 in Rüthi 227 Firsten, wobei das Feuer im Föhnsturm über den Hirschensprung hinübergetragen wurde und in Moos noch weitere 71 Firsten verzehrte [HBLS-05].

1895 wurde in Oberriet eine Telefonstation eingeführt. Auf der Post wurde manuell gestöpselt: wenn ein Abonnent anrief fiel eine Klappe und die bedienede Person fragte dann nach der Nummer, welche dann mittels Stöpsel verbunden wurde. Sobald das Gespräch beendet war fiel wieder eine Klappe und die Verbindung wurde manuell unterbrochen. Herr Waker hielt die Anlage instand.

Ab etwa 1902 wurde in Oberriet das elektrische Licht eingeführt.

Im Frühling 1903 wurde das neue Wasserversorgungswerk Oberriet-Eichenwies gegründet. Das Reservoir auf den St. Annaberglein fasste 300'000 Liter Wasser. Die Quellen befanden sich im Gebiet von Freienbach. Bei den Auschachtungen wurden vier verschiedene Mauerzüge entdeckt, sowie Grundmauern eines grösseren Rundbaus - vermutlich eine römische Burg.

Geographie

Das folgende Bild stellt den Ausschnitt einer Karte von G. Walser dar. Es zeigt das St. Galler Rheintal um 1766.

Rheintal um 1766

In Oberriet selbst gibt es eine Ortsbezeichnung 'Stieg'. Der Weiler Stieg gehört zur Holzrhode.

Die Ortsgemeinde Holzrhode ist eine der fünf Ortsgemeinden im Einzugsgebiet des Allgemeinen Hofes Oberriet, auf dem Gebiet der Politischen Gemeinde Oberriet. Im Gegensatz zu anderen Ortsgemeinden handelt es sich hier nicht um ein eigentliches Dorf, sondern um ein Gebiet.

Dieses erstreckt sich im Süden vom Hirschensprung (Grenze zur Gemeinde Rüthi) über das ganze Berggebiet bis an die Grenze zur Gemeinde Eichberg im Norden, und im Westen bis zur Grenze des Kantons Appenzell Innerrhoden. Auf dem Gebiet der Holzrhode gibt es viele Weiler und das Dorf Kobelwald. Dieses dürfte schon vor 1000 Jahren besiedelt gewesen sein.

Die Holzrhode hat rund 700 Ortsbürgerinnen und Ortsbürger - "Holzbura" genannt - die aber auch noch Bürger des Allgemeinen Hofes Oberriet sind.

Wie man lebte

In der Ostschweiz wurde der älteste Sohn (Stammhalter) jeweils als 'Bub' / 'Bueb' bezeichnet. Dies widerspiegelte sich auch oft in den Übernamen: 'Johannes Rudisbubes Kluser' oder 'Anton Klinesbubes Kluser' (versus 'Jakob Klines Kluser' für den jüngeren Bruder).

Geld

  • 1402: 1 Pfund Pfennige = 2 Pfund Heller.
  • 1682: Der Allgemeine Hof verwaltet das Mattle'sche Stipendium. Diese Stiftung wurde im Jahre 1682 von Jakob Mattle mit 1300 Gulden errichtet. Nach dem Willen des Stifters sollen die Zinsen als jährliche Stipendien Hofbürgerinnen und Hofbürgern, die sich durch ein Studium oder eine Lehre auf einen Beruf vorbereiten, ausgerichtet werden. Das Vermögen beträgt heute 42'000 Franken.
  • 1700: Der Batzen wurde ursprünglich in Silber, ab dem 17. Jahrhundert aber in Billon geprägt. Der Wert des Batzens differierte im Laufe der Zeit je nach Prägungsort. Im frühen 18. Jahrhundert stand der ganze Batzen bei fünf Kreuzern (1/12 Reichsgulden), der reguläre Batzen bei vier Kreuzern, der Basler und Zürcher Batzen war bei 1/18 Gulden angelangt, der St. Galler Batzen bei 1/17 Gulden.
  • 1733: Schilling (12 Pfennige), Kreuzer (4 Pfennige), Pfennig (Wert eines Pferds oder einer Kuh: 20 bis 25 Schillling).
  • 1837: Die Arbeit des Ortspräsidenten wurde pro Jahr mit 10 Gulden 48 Kreuzer entschädigt. Jedem Verwaltungsmitglied zahlte man 8 Gulden 6 Kreuzer aus. Die Bürgerversammlung wählte immer auch den Nachtwächter, welcher durch den Ortssäckelmeister zu entschädigen war. Ihm wurden im Jahre 1837 50 Gulden bezahlt. Ausserordentliche Anschaffungen für den Nachtwächter, zum Beispiel die Anschaffung eines Nachtwächtermantels, übernahm jeweils die Ortsgemeinde.

Bürgerrecht

Wenn ein Bürger "armengenössig" wurde, dann musste früher die Bürgergemeinde für seinen Aufenthalt aufkommen. Aus diesem Grund musste man sich auch ins Bürgerrecht "einkaufen". Bis 2012 erwarb eine Frau durch Heirat "automatisch" das Bürgerrecht des Ehemannes (bis 1988 verlor sie dabei das ererbte eigene Bürgerrecht).

Als der moderne Bundesstaat 1848 entstand, leitete sich die Schweizer Staatsbürgerschaft noch aus dem Kantons- und dem Gemeindebürgerrecht ab. Kantone und Gemeinden bestimmten faktisch also in eigener Kompetenz, wem das Bürgerrecht zugestanden wurde. Die neue Bundesverfassung 1874 übertrug dem Bund die Kompetenz, Bedingungen für die Einbürgerung festzulegen. Im Bürgerrechtsgesetz 1876 wurde für den Erwerb des Bürgerrechts ein festes Domizil in der Schweiz vorausgesetzt.

Personenfreizügigkeit

Die alte Eidgenossenschaft bis 1798 war ein loses Bündnis von Städten und Kantonen. Das Niederlassungsrecht in einer Gemeinde wurde vererbt (oder man musste sich "einkaufen"). Viele zog es zwar in die Städte (keine feudalen Verpflichtungen und Marktrecht), doch im 17. und 18. Jh schränkten die Städte die Aufnahme neuer Bürger ein (da sie den Wohlstand nicht teilen wollten).

Die Städte lösten das Problem, indem sie zwei Klassen von Bewohnern schufen: die Bürger und die sogenannten Hintersassen. Hintersassen durften keine Ausbildungen absolvieren, lukrative Branchen blieben ihnen verschlossen (oft verrichteten sie harte, körperliche Arbeiten). Von der Armenfürsorge wurden sie ausgeschlossen.

Wenn also jemand vom Land in eine Stadt wechseln wollte, hatte er oder sie kaum eine Chance das entsprechende Bürgerrecht zu erhalten. Personen erhielten in der Regel eine Arbeit, mussten sich aber regelmässig um eine neue Bewilligung bemühen (Beispiel aus dem Jahr 1871).

Die erste uneingeschränkte Schweizer Personenfreizügigkeit hielt kaum fünf Jahre (1798 bis 1803). Danach eroberten die Kantone ihre Macht zurück und beendeten die Helvetische Republik. Die Verfassung des 1848 gegründeten Bundesstaates garantierte Schweizer Bürgern zum zweiten Mal die Niederlassungsfreiheit (mit der Ausnahme für Juden und arme Leute). Oft trennten sich reiche Bürgergemeinden von den politischen Gemeinden. So verloren die Alteingesessenen zwar ihre politischen Privilegien, aber den vererbten Besitz brachten sie so vor den Neuzuzügern in Sicherheit. Die Niederlassungsfreiheit wurde erst 1975 in einer Abstimmung (mit einer klaren Mehrheit vom 76% zu 24%) durchgesetzt. Der Vertrag von Amsterdam setzte 1999 die Personenfreizügigkeit in Europa vollständig durch. 2002 trat die Schweiz bei.

Eine noch schlechtere Stellung als die Hintersassen hatte übrigens das Gesinde (Mägde, Knechte, Gesellen, Wäscherinnen oder Hauslehrerinnen). Der Aufenthalt des Hausgesindes wurde im Voraus zeitlich begrenzt. Zusätzlich unterstand es (eine Art "Vormundschaft") der direkten Aufsicht der Familie, bei der es diente.

Orte in Oberriet

Adler

Das neue Gasthaus Adler in Oberriet befindet sich im Zentrum von Oberriet.

Adler und Burg

Adler und Burg

Oberriet Adler

Zweites Bild: Links der (neue) Adler, rechts die "Burg" (Riegelbau). Quelle: Jasmin Stöckli (Aufnahme vom 27. Januar 2016).

Am 6. Herbstmonat 1813 erhielt Franz Xaver Weder vom Gemeinderat die Bewilligung zur Führung des Adlers (siehe Schulgeschichte Seite 43). Der alte Adler gehörte einem Willi Mattle-Zeller (Bäckerei Zeller in Rüthi) und später dem 2007 verstorbenen Willi Mattle-Drexel ("Adlerwirts Willi").

Der 1981 abgebrannte Bau bildete mit der 1929 abgebrochenen Sust, dem äbtischen Zehntenhaus ("Burg") und einem weiteren abgegangenen Bauernhaus eine architektonische Einheit. Assekuranznummer 2054.

Armenanstalt

Am 8. Mai 1864 ermächtigte die erste Genossenversammlung der Ortsgemeinde Oberriet den Ortsverwaltungsrat mit dem Gemeinderat Unterhandlungen zu führen, mit dem Ziel die Armen besser, geregelter und mit mehr Aussicht auf guten Erfolg, in einem oder mehreren Armenhäusern zu unterbringen und zu verpflegen. Es folgte auch bald der Bau des ersten Armenhauses (östlich des Binnenkanals).

Armenhaus Oberriet (alte Gebäude vom Feldhof)

Armenhaus Oberriet (alte Gebäude vom Feldhof)

Armenhaus Oberriet (Betriebsgebäude)

Armenhaus Oberriet (Knechtenhaus)

Bild 3 zeigt das heute noch stehende Betriebsbegäude (Hofaktivitäten), Bild 4 das Knechtenhaus. Das eigentliche alte Armenhaus wurde wegen Baufälligkeit 1972 abgerissen.

Zur Senkung der Kosten verfügte der Gemeinderat die Anstellung von Ordensschwestern. In der Chronik ist unter dem Datum 14. November 1871 zu lesen: "Entlassung der Armenmutter, Barbara Kühnis, von Oberriet und Anstellung zweier Schwestern aus dem Kloster Ingenbohl: Sr. Ottilia Bosshard, von Luzern, als Oberin und Sr. Maura Gemperle, von Flawil, als Köchin".

Das ursprüngliche Armenhaus versah seine Dienste bis zu dessen Abbruch etwa im Jahre 1972. An seine Stelle trat der Neubau (1962, linkes Bild unten) westlich des Binnenkanals (Flurbezeichnung 'Feldhof', Vermessungspunkt 421), welchem in den Jahren 1975 und 1987 Erweiterungen angegliedert wurden. Die Heimschwestern wurden auch im Landwirtschaftsbetrieb, welcher dem Heim angegliedert war, eingesetzt.

Neues Bürgerheim Oberriet (1962)

Altes und neues Bürgerheim Oberriet (Aufnahme von 1969/70)

Armenhaus (alte Gebäude vom Feldhof)

Beim Aus- und Neubau im Jahre 1991 hat sich die Gemeinde Rüthi (1995) mit einem Bauinvestitionsbeitrag vorerst das Anrecht für fünf Heimplätze erkauft. Auf Ende April 1992 wurde die Oberin in das Mutterhaus zurückgerufen. Auf den 1. Juni wurde eine weltliche Heimleiterin angestellt. Am 30. März 1992 war der Baubeginn des Erweiterungsbaus für das Altersheim Feldhof. Ende 1993 konnte der Neubau bezogen und mit der Umbauphase für den Altbau begonnen werden.

Am 4. Mai 1995 wurde das Altersheim Feldhof festlich eingeweiht. Heute bietet das Altersheim Feldhof Oberriet 69 Heimplätze in zwei Häusern an.

Geschichte und s/w Bilder von Guido Fritz (Heimleiter).

Blatten (Schloss, heute Ruine)

1170 und 1229 werden Burkhard und Ulrich "von Blatten" erwähnt. Gemäss Christian Kuchimeister (14. Jh.) soll Abt Berchthold von Falkenstein (Amtszeit 1244-1272) die Burg Blatten gegen die Grafen von Montfort errichtet haben. 1277 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung, als sie durch Abt Rumo von Ramstein an Ulrich von Ramschwag verliehen wurde. Mit dem 1279 durch König Rudolf von Habsburg vergebenen Reichshof Kriessern bildeten die Ramschwager eine Herrscheft. 1486 und 1511 veräusserten sie ihre Rechte an das Kloster St. Gallen. Von 1489 bis 1798 diente die Burg als äbtischer Vogteisitz. 1637 liess Abt Pius Reher (an der Stelle der heutigen Festwirtschaft) ein grosszügiges Gebäude erstellen (welches einen älteren Bau ersetzte). Die 1882 errichtete erste Festwirtschaft brannte 1892 ab. Siehe Karte.

Oberriet, Schloss Blatten

Oberriet, Schloss Blatten

Oberriet, Schloss Blatten

Burg

Die Burg wurde 1539 südlich der Pfarrkirche gebaut (Adlerstrasse 3). Sie diente als äbtisches Zoll- und Zehntenhaus. 1964 wurde das Gebäude umfassend renoviert. Seit 1965 steht der Riegelbau unter Denkmalschutz. Die Gemeinde erwarb das Gebäude 2015 von der Gärtnerei Stieger (diese besass das Gebäude seit Ende des 2. Weltkriegs).

Oberriet Haus zur Burg

Oberriet Haus zur Burg

Oberriet Haus zur Burg

Oberriet Haus zur Burg

Chrömerlihuus

Erwähnt im Vortrag von Georg Dietschi im Zusammenhang mit Ammann Hans Dietschi (auf Seite 27). Ammann Hans Dietschi (enthauptet 1644) wohnte im Chrömerlihuus. Nach mündlicher Überlieferung wurde in diesem Haus um 1850 eine Wirtschaft geführt. Im Oktober 1930 gehörten Wohnhaus (No. 2142) und Scheune (No. 2143) August Kluser "Krämerlis".

Gemäss Manuela Zwicker war das Haus nie eine Bäckerei. Es gehörte jedoch eine Sust dazu (in welcher Pferde gewechselt wurden). Das Chrömerlihuus ist eines der ältesten Häuser in Oberriet und dürfte in der Zeit zwischen 1620 und 1640 erbaut worden sein. Siehe Karte.

Chrömerlihuus

Chrömerlihuus

Quelle Bild 1: Jasmin Stöckli.

Chrömerlihuus

Chrömerlihuus

Chrömerlihuus

Eichau

Flurbezeichnung. Siehe Karte.

Eintracht

Oberrieter Gasthaus im Ortsteil 'Buck'. Das Haus zur Eintracht wurde 1614 durch den Baumeister Johannes Saxer erbaut. Es wurde im Sommer 2005 einem Totalumbau unterzogen. Im Volksmund 'Gaasi' genannt (vermutlich wegen der früheren Mostlager im Keller des Hauses). Siehe Karte.

Oberriet Eintracht (Gaasi) Oberriet Eintracht (Gaasi) Oberriet Eintracht (Gaasi)

Assekuranznummer 2166-2168. Das Haus gehörte 1929 der Marie Wüst-Wüst. Das Wohnhaus mit der Wirtschaft hatte damals einen Assekuranzwert (Gebäudeversicherungswert) von 42'000 Franken, die Scheune von 14'000 Franken und der Schweinestall von 6'000 Franken. Der Schopf war bereits abgerissen.

Oberriet Eintracht (Gaasi) - Karte Oberriet Eintracht (Gaasi) - Assekuranz Kataster, Revision 1929

Fäneren / Fänerenspitz

Dem Kamor nördlich vorgelagert (aber nicht von derselben geologischen Formation). Siehe Karte.

Forster-Mühle

Im Mühltobel gelegen. Das Hauptgebäude wurde vom Dorfbrand von 1890 verschont. Siehe Karte. Assekuranznummer 595.

Forstseeli

Naturteich am Ostabhang der Fäneren. Siehe Karte.

Frohsinn

Oberrieter Gasthaus. Johann Gottlieb Zäch übernahm 1903 von seinem Vetter, dem Tierarzt Josef Anton Zäch, den 'alten Frohsinn'. Im Herbst begann er daneben mit einem Neubau, in welchen er die Wirtschaft zum 'Frohsinn' verlegte. Maria Anna Zäch arbeitete hier ab 1904 als erste Kellnerin. Siehe Karte.

Oberriet altes Pfarrhause und Frohsinn (1933)

Oberriet Frohsinn

Oberriet Frohsinn

Grosse Fabrik

Die Grosse (Stickerei-) Fabrik wurde 1870 von der Ortsgemeinde errichtet und von Theodor Lüchinger betrieben. Heute befindet sich dort das Institut Karl Borromäus. Siehe Karte. Assekuranznummer 1755.

Kalberweid

Teil der Alp Sämtis, unterhalb der Dreifaltigkeitstürme gelegen (am Aufstieg zur Widderalp). Siehe Karte.

Kamor

Der Kamor ist ein Berg zwischen dem St. Galler Rheintal und Appenzell Innerrhoden und liegt auf einer Höhe von 1751 m.ü.M. Siehe Karte.

Kapf

Der Kamor ist ein Hügel nördlich des Weilers Moos. Siehe Karte.

Kellen

Die Kellen (Oberrieter Ortsteil) ist ein ehemaliger Standort der Ziegeleien und Kalkbrennereien Lüchinger (-Kühnis) und Zäch (Schmidheini). Siehe Karte. Das Stammhaus der Familie Zäch ("Kleas") stammt - laut Annahme der Denkmalpflege - aus dem Mittelalter. Es befand sich am Bergfuss, südlich des ehemaligen Ziegeleiareals. Siehe Karte. Assekuranznummern 1795 und 1796.

Kreuz

Oberrieter Gasthaus, an der ehemaligen Strassenverzweigung nach Rüthi und Feldkirch gelegen. Johann Kaspar Stieger war hier zumindest von 1819 bis 1840 Kreuzwirt. Das alte Gasthaus (Abbruch 1956 zur Verkehrssanierung) enthielt vor dem Neubau einen imposanten Saal. Siehe Karte. Assekuranznummer 3022.

Restaurant Kreuz mit Saal, Abbruch 1956 zur Verkehrssanierung Oberriet Kreuz Oberriet Kreuz

In Kobelwald muss es auch ein Gasthaus mit Namen 'Kreuz' gegeben haben. In diesem wirtete Joseph Anton ("Beckes") Stieger zumindest zwischen 1825 und 1832.

Krone

Oberrieter Gasthaus. Jakob Stieger war hier zumindest von 1851 bis 1861 Kronenwirt. Siehe Karte.

Oberriet Krone Oberriet Krone

In Freienbach gibt es ebenfalls ein 'Haus zur Krone' (2008 renoviert), ebenso in Montlingen.

Löwen

Oberrieter Gasthaus, an der Staatsstrase 171.

Oberriet Löwen

Das Restaurant wurde im Jahre 1964 von Josy und Martin Vogt gegründet. Der Wintergarten wurde im Februar 1998 eröffnet. Im Jahre 2001 haben Sie das Restaurant Ihrem Erstgeborenen Leo übergeben. Dieser leitet das Restaurant mit seiner Frau Maria.

Plattenbödeli

Gasthaus nördlich des Sämtisersees, am Einstieg zum Brüeltobel. Siehe Karte. Standort: Vermessungspunkt 1279.

Post

Büro und ehemals Telefonzentrale im ältesten der Lüchinger'schen Häuser, auf der Westseite der Staatsstrasse, gegenüber dem Hotel Rössli in Eichenwies. Siehe Karte. Assekuranznummer 1891.

Oberriet Alte Post

Oberriet Alte Post

Oberriet Alte Post

Postplatz

Bis 1975 hatte Oberriet einen umschlossenen und repräsentativen Platz, den sogenannten Postplatz mit seinen klassizistischen Gebäuden wie das Gasthaus 'Rössli', die Konkordia, die Post und einige weitere Wohnhäuser. Etwaiger Standort siehe Karte.

Oberriet Alte Post (links), Konkordia (Mitte), Gasthaus Rössli (rechts)

Oberriet Konkordia (Mitte), Gasthaus Rössli (rechts)

Dieser Platz spielte bei den alten Strassenlinien (u.a. Arlberg-Schweiz) eine wichtige Rolle beim Verlad von Gütern, bei Übernachtungen und bei Anlässen der Bevölkerung. Direkt hinter dem Postplatz befand sich die alte Gemeindekanzlei im heutigen 'Rothus'. Die Bedeutung des ehemaligen Postplatzes kommt darin zum Ausdruck, dass im 19. Jahrhundert der neue Bahnhof nicht in der Nähe der Kirche, sondern in der Nähe des Postplatzes angelegt wurde.

Rietli

Flurname für das Gebiet westlich des Oberrieter Oberdorfs. Siehe Karte.

Rietli

Haus der Familie Zäch ("Kleas"), Ziegelei am Rietlilooweg. Siehe Karte. Assekuranznummer 1712.

Rössli

Gasthaus und Hotel, erbaut um 1800. Eines der Lüchinger'schen Häuser, zu denen das Rothus, der Konsum Konkordia, das Dr. Dux'sche Haus samt Sust und die alte Post als ältestes Gebäude der Gruppe gehörten und die um den Postplatz eine geschlossene Baugruppe bildeten.

Am 9. Dezember 2003 verliert Oberriet bei einem Brand den bedeutenden klassizistischen Profanbau. Die örtliche Feuerwehr (Kommandant Urs Wüst) rückte um 2:53 Uhr aus. Mit einem Feuersprung hat sich der Brand ausgeweitet, und so hat auch der Nachbarliegenschaft von Sport-Loher ein grosses Augenmerk gegolten, um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern. Um 5:10 Uhr hatten die Feuerwehrleute den Brand unter Kontrolle. Das ebenfalls schützenswerte Gemeindemuseum Rothus war zu keiner Zeit gefährdet. Siehe Karte.

Rothus

Alte Gemeindekanzlei, heute Gemeindemuseum im Besitz der Gemeinde Oberriet. Im oberen Stockwerk ist das Gemeindemuseum untergebracht und im Erdgeschoss die Bäckerei Stieger AG (Adolf Stieger). Früher war hier auch eine Gaststätte untergebracht. Siehe Karte, wobei map.search.ch zurzeit das Rothaus falsch darstellt (das Rothus befindet sich beim Café und das Museum im angrenzenden nordöstlichen Bau). Assekuranznummern 1083 und 1085. Riegelbau an der Staatsstrasse 176.

Oberriet Rothus

Oberriet Rothus Café

Oberriet Rothus Museum

Sämtis

Der Appenzeller Sämtis schliesst sich nordöstlich an den Rheintaler Sämtis an. Siehe Sämtis zwischen dem Fälensee (unten links) und dem Sämtisersee (oben rechts). Siehe auch Hikr-Tourenkarte.

Die Alp 'Rheintaler Sämtis' im Kanton Appenzell Innerrhoden gehört seit jeher dem Allgemeinen Hof Oberriet. Die Appenzeller versuchten immer wieder die Alp an sich zu nehmen, jedoch stets ohne Erfolg. Noch im Jahre 1969 wollte die Standeskommission des Kantons Appenzell Innerrhoden die Alp Sämtis zu "einem guten Preis" kaufen, was der damalige Hofverwaltungsrat aber ablehnte.

St. Fridolin (Kapelle)

Die Kapelle wurde entweder zusammen mit dem Schloss um 1799 zerstört, oder aber sie wurde nach der Vertreibung der Vögte, d.h. nach Aufhören der äbtischen Herrschaft, einfach nicht mehr unterhalten. Sie wurde um 1806 abgebrochen. Die Kapelle befand sich am östlichen Abhang des Schlosshügels auf den südlichen Abhängen (ehemaliges Rebgelände), vermutlch etwas erhöht, etwa auf den ersten Felsen (die später als Steinbruch für das Werk der Rheinkorrektion benützt wurden und heute abgetragen sind). Etwaiger Standort, siehe Karte.

Die Kapelle ist wahrscheinlich etwa gleichzeitig mit dem Schloss Blatten entstanden (also zwischen 1267 und 1270), mit dem Zweck, den religiösen Bedürfnissen der Schlossbewohner, des Gesindes, sowie der umliegenden Höfe von Blatten zu dienen. Sie gehörte also zum Schloss. Am 20. August 1742 besuchte Cölestinus von St. Gallen, in Begleitung von P. Egydius Hartmann (Superior) und P. Pirminus Widle von Altstädten über "das hohe Riedt" kommend, die "Kapellen als bei St. Fridolin, St. Wolfgang, St. Joseph und St. Anna". Höchstwahrscheinlich war das Kloster St. Gallen Besitzerin der Kapelle (in den Hofprotokollen ist nichts bekannt bezüglich Unterhalt der Kapelle). In der heutigen Pfarrkirche hängt eine kleine Glocke, welche im Volksmund "Fridolinsglöckchen" hiess.

St. Margaritha (katholische Kirche)

Der Beschluss zum Neubau einer katholischen Kirche wurde erst im November 1808 beschlossen (nachdem die Kapelle St. Wolfgang 1804 nochmals erweitert wurde und 1806 eine Vikariatswohnung erstellt wurde). Die katholische Kirche St. Margaretha wurde 1810 fertiggestellt. Siehe Karte.

Oberriet katholische Kirche St. Margaretha Oberriet katholische Kirche St. Margaretha

Die Kirche wurde 1906 renoviert. Das Kirchengeläut mit seinen sechs Glocken weist die Töne H° dis' fis' gis' ais' dis'' auf.

Stickereifabrick Lüthi und Wiederkehr

Heute am Standort der Jansen AG (an der Bahnlinie). Siehe Karte.

Sust

Die grösste Sust Oberriets befand sich auf dem Parkplatz nordwestlich des Restaurants Adler. Siehe Karte.

Watt

Streusiedlung südöstlich des Weilers Hard. Siehe Karte.

Widderalp

Siehe Karte.

Wolfgangskapelle

Die Kapelle wurde nach der Errichtung der Pfarrkirche nach 1810 abgebrochen. Genauer Standort unbekannt (im westlichen Teil der Anlage südlich des heutigen Rathauses). Siehe Karte.

Ansichten von Oberriet

Oberriet Haus zur Burg - Erbaut 1539

Postkarten im Querformat:

Realschulgebäude, Aufnahme von P. Schneider, 1912. Haus zur Burg - Erbaut 1539 Schloss Blatten Ruine Wichenstein Ruine Wichenstein (Rückseite)


Eichberg

Frühere Bezeichnung Hermentines (Bergacker).

Eichberg gehört nicht zu Oberriet.

Orte in Eichberg

Au

Die Au befindet sich am Aubach (Aach), im südlichsten Teil von Eichberg. Siehe Karte. Standort: Vermessungspunkt 462.

Wappen von EichenwiesEichenwies (Ortsgemeinde)

Frühere Bezeichnung Aichewies.

Die Bezeichnung tauchte erstmals um 1419 auf. Bei der Trennung des Hofes Kriessern unter den Ramswager Brüdern (Grenze Montlinger Kirche) wird der obere Teil Kriesserns 'Eichenwies' genannt. Erst gegen Ende des 15. Jh. wird dieses Gebiet als Gemeinde 'am oberen Riet' oder 'zu Blatten' bezeichnet.

1448 wird die Niederlassung Oberriet, wenige hundert Schritt oberhalb Eichenwies, in einem fruchtbaren, geschützten Gebiet am wichtigen Rheinübergang genannt.

1661 war die Grundsteinlegung für die Josefskapelle in Eichenwies. Die Stifter waren Jakob Lüchinger und Jakob Wüst (Kirchenpräsident), beide von Eichenwies.

Das ursprüngliche Ziel, einmal eine eigene Pfarrgemeinde zu bilden, wurde jedoch nie erreicht.

In den Jahren 1806-1808 loste sich Oberriet mit den Lüchingerischen Häusern zu Eichenwies von der Mutterkirche los. Der Rest von Eichenwies blieb aber beim alten kirchlichen Verband (Montlingen).

Die Josefskapelle musste 1952 einer neuen St.-Josefskirche weichen.

Eichenwies, St. Josephskapelle

Im Weinmonat 1840 fingen die Renovationsarbeiten der Josefskapelle statt, welche innen und aussen ziemlich schlecht aussah. Zimmermann war Jakob Loher von Montlingen. Kapellpfleger war Leutnant Jakob Wüst (Sohn des Gemeinds- und Quartierhauptamms Jakob Wüst in Eichenwies).

Die ärmlichen Verhältnisse zwangen die Eltern, ihre Kinder vorzeitig aus der Schule zu fordern. In der Sitzung vom 9. März 1874 wurden nicht weniger als 10 Kinder vor der erfüllten Schulpflicht entlassen, um im Schwabenlande Arbeit zu suchen, in der Hoffnung, sie werden in Deutschland die noch fehlende Schulzeit nachholen. Siehe Schulgeschichte (Eichenwies Seite 7).

Am 27. September 1840 trennten sich die Schulkreise Montlingen und Eichenwies von Oberriet und bildeten seither eine eigene Schulgenossenschaft.

Das 'Rothus' war ehemaliger Sitz der Gemeindeverwaltung. Seit 1975 ist das Rothus ein Dorfmuseum.

Oberschule (5. bis 9. Klasse) Eichenwies von 1921:

Eichenwies - Schulklasse 1921.jpg

Auf dem Bild ist möglicherweise Maria Bertha Stieger (*1907), Maria Christina Loher-Wüst (*1908), Ida Clara Stieger (*1908) und Maria Regina Schneider-Stieger (*1911) zu sehen?

Das Dorf Eichenwies gehört heute zur politischen Gemeinde Oberriet. Im Jahre 1969 wurde ein Führer durch die Gemeinde Eichenwies herausgegeben [AB1969].

Wappen der HolzrhodeHolzrhode (Ortsgemeinde)

Das Schlössli Hard (im Weiler Hard) wurde 1642 von Hans Dietschi erbaut. Das Haus ist ein zweigeschossiger, kubischer Steinbau mit Eckquaderbemalung. Im Dachgeschoss befand sich ein Festsaal. Der Bau wurde 1968 bis 1969 renoviert. Dabei wurden die alten Verzierungen, welche den Rittersaal schmückten, wieder sichtbar gemacht und restauriert.

Holzrhode, Schlössli Hard

Die Holzrhode liegt im Bergteil der Gemeinde. Sie umfasst das Dorf Kobelwald sowie die Weiler Moos, Rehag, Stieg, Freienbach, Stein, Kobelwies, Watt und Hard. Die Ortsgemeinde Holzrhode besteht aus den Sonderrhoden Kienberg, Strüssler (seit 1977), Möösle, Benzen-Hard, Benzen-Kobelwies, Rohn und Möser.

Holzrhode beitzt drei Alpen: die Alp Strüssler (seit 1669), die Wogalp und die Alp Loos (im Kanton AI, seit 1895).

Freienbach (Weiler, Teil der Holzrhode)

Zusammen mit Stein höchstgelegene, ganzjährig bewohnte Siedlung der Gemeinde Oberriet. Ehemaliger Wallfartsort (Jakobsweg) mit der Kapelle 'Mariae Heimsuchung'.

Die Visitation von 1722 nennt einen grösseren Bildstock in Freienbach. Dieser wurde einige Jahre später zu einem kleinen Heiligtum ausgestaltet und zog damit fromme Pilger an.

Im Gebiet Freienbach - Chienberg - Neuenalp nutzt die Wasserversorgung Oberriet die Quelle Neuenalp (33'000 m3 pro Jahr), sowies die Quellen Loch, Ulrika, Benjamin und Karola (zusammen 380'000 m3 pro Jahr).

Orte in Freienbach

Benjaminsquelle

Die Benjaminsquelle befindet sich im 'Nord', südlich des Freienbachs. Siehe Karte.

Chessiloch

Das Chessiloch ist ein Waldgebiet auf dem Chienberg. Etwaiger Standort, siehe Karte.

Churzstück

Das Churzstück ist ein Waldgebiet auf dem Chienberg. Etwaiger Standort, siehe Karte.

Hard (Weiler, Teil der Holzrhode)

Westlichster Weiler (an der Grenze zu Eichberg) mit eigener Kapelle. Grosse Teile des Hofes Eichberg waren 1523 (vier Jahre nach Beginn der Reformation) bereits zum neuen Glaube übergetreten.

Kobelwald (Dorf, Ortsgemeinde, Teil der Holzrhode)

Im Jahre 890 wurde 'Kobel' am oberen Ende des königlichen Waldes erwähnt. Der Name deutscher oder romanischer Abstammung sein und bedeutet 'Felshöhle', 'Berg' oder 'Lagerstätte wilder Tiere'. Chobilwalt im 13. Jh.; Kobelwalt 1362.

Von Alters her bildete Kobelwald zusammen mit Freienbach, Rehag, Moss / Moos, Hard und Kobelwies eine ortsbürgerliche Korporation, Holzrode genannt. Kirchlich gehörte Kobelwald zur Pfarrei Montlingen, politisch zum Reichshof Kriessern.

1665 entstand im Kobelwald eine Kapelle, in welcher aber bis 1772 keine Messe gefeiert wurde. Erhebung zu einer Kuratie 1794, zu einer selbständigen Pfarrei 1801, der 1808 auch Hard, Watt, Oberkobelwies und Freienbach zugeteilt wurden, 1892 noch die Weiler Hub und Unterkobelwies.

Am 2. Juli 1803 wurde Kobelwalt mit Freienbach, Rehag und Moos zu einer politischen Gemeinde erhoben, aber schon im August gleichen Jahres mit der politischen Gemeinde Rüti verschmolzen, 1831 von dieser wieder abgetrennt und der politischen Gemeinde Oberriet zugewiesen.

Orte in Kobelwald

Felsenhügel

Restaurant in Kobelwald. Wirtsleute: Johann Peter Stieger bis um 1920, Linus Stieger ab etwa 1923, und Martin Stieger. Siehe Karte.

Kobelwald Restaurant Felsenhügel

Kobelwald Restaurant Felsenhügel

Pfarrkirche St. Sebastian

Die Pfarrkirche in Kobelwald wurde von 1801 bis 1803 erbaut und ist dem Heiligen Sebastian geweiht. Sie markiert mit dem Dorfplatz zusammen das Zentrum von Kobelwald. Das Kirchengeläut mit seinen vier Glocken weist die Töne e' a' h' cis" auf.

Kobelwald - Pfarrkirche St. Sebastian

Kobelwald - Pfarrkirche St. Sebastian

Die letzte umfassende Aussen- und Innenrenovation wurde im Jahre 1997/98 durchgeführt.

Schäfle (früher: zum Kranz)

Das Gasthaus in Kobelwald am Dorfplatz (westlich der Kirche) besteht in dieser Form seit 1891. Johann Alois Stieger übernahm das Haus 'zum Kranz' 1891. Die Witwe Josepha Stieger-Gächter benannte das Haus später um. Siehe Karte. Assekuranznummer 1291.

Kobelwald Schäfle

Kobelwald Schäfle

Kobelwald Schäfle

Kobelwald Schäfle

Taube

Restaurant in Kobelwald. Wirtsleute: Anna Maria Stieger-Büchel (1835), Johann Jakob Stieger, Karl Jakob Stieger (1892) und Egon Stieger. Siehe Karte.

Kobelwald Restaurant Taube

Kobelwald Restaurant Taube

Wacht

Ehemaliger Rebhang an der Guetstrasse, kurz nach dem Dorfausgang von Kobelwald zum Semelenberg ansteigend. Siehe Karte.

Kobelwies (Weiler, Teil der Holzrhode)

Im Jahre 890 wurde 'Kobel' am oberen Ende des königlichen Waldes erwähnt.

Eine Familie Ender (1410 erstmals erwähnt) hatte sich hatte sich ausserhalb der Gerichtsmarken des Hofes Kriessern in Kobelwies niedergelassen. Deren Stammvater war einmal Hofammann von Kriessern und nahm so gewisse Rechte (an Allmend, Wald, etc.) für sich in Anspruch.

Letztlich wurde Kobelwies aus der Altstätter Gerichtshoheit entlassen und der Gemeinde Oberriet zugeführt. Ähnlich erging es mit den Hofstätten der Schabinger / Schobinger under Hub. Aber diese blieben dann letztlich bei Altstätten.

Die Ender von Kobelwies verlangen 1507 nach vorgelegten Briefen, in ihren Wald- und Alprechten geschützt zu werden, denn die Kriessener hatten ein Holz (einen Wald) in Alp und Weid umgewandelt und gereutet = "geschwämmt" und wollten die Ender nur nach bisheriger Anzahl Vieh auf die Alp treiben lassen. Der Pfalzrat stützte die Ender; sie (und ihre Nachkommen) durften auch auf die neue Alp "Schwamm" fahren.

Moos (Weiler, Teil der Holzrhode)

Orte im Moos

Schäfli

Gaststätte im Ortsteil Moos (heute: Buchwaldstrasse 2). Zuerst wurde das Schäfli als Taverne und Pintenwirtschaft geführt. Das Alte Schäfli hatte den Eingang ganz links. Katharina Stieger war im Jahre 1833 "Schäflewirthin". Ihr Sohn Johann Jakob (Wüst) übernahm die Wirtschaft später. Das Alte Schäfli brannte am 20. September 1890 beim grossen Brand von Rüthi-Moos nieder. Das heutige Schäfli gehört Thomas Zäch (2001 vom Vater übernommen). Siehe Karte. Assekuranznummer 1557.

Moos Schäfli

Rehag (Weiler, Teil der Holzrhode)

Mühle- und Sägesiedlung. Im Zentrum stand das Restaurant Hecht.

Orte im Rehag

Hecht

Das Restaurant Hecht war ehemals der Standort einer Ferggerei. 1837 starb der alt Statthalter und Gemeinderat Joseph Dietschi im Hecht. Im Jahre 1934 wohnte Karl Kluser im Hecht. Im Jahre 1940, unter B. Kluser-Ritter, war der Hecht eine Viehhandlung. Siehe Karte. Assekuranznummern 1503 und 1504.

Rehag, Hecht

Hirschensprung

Leicht erhöhte Felskluft an der Staatsstrasse (trennt den Blattenberg vom Blosenberg). Früher war der Hirschensprung die natürliche Grenze zwischen dem Rheingau und Rätien (und somit auch alemannisch-rätoromanische Sprachgrenze). Siehe Karte.

Rehag / Rüthi - Hirschensprung

Stein (Weiler, Teil der Holzrhode)

Stieg (Weiler, Teil der Holzrhode)

Weiler am Weg, der von Rehag steil nach Freienbach ansteigt. Standort einer ehemaligen Mühle und eines Mühle- und Feuerweihers. Siehe Karte.

Orte im Stieg

Jocklisstädeli

Stadel an der Stigstrasse. Standort siehe Karte. Assekuranznummer 1485. Standort: Vermessungspunkt 526.

Mühleweiher

Weiher auf der Stig. Ursprünglich auf der Ostseite der Stigstrasse gelegen (schräg gegenüber der Stigmühle). Heute zugeschüttet. Neuer Standort siehe Karte.

Rehag Weiher

Stiglitta

Flurnamen für den von der Stig zum Rehag abfallenden Hang. Ebenfalls Name eines Hauses. Siehe Karte. Assekuranznummer 1496.

Rehag von der Stiglitta

Rehag in Richtung Stig

Stiglitta Richtung Rehag

Rehag Richtung Stig

Stigmühle

Auf der Westseite der Stigstrasse gelegen. Siehe Karte. Assekuranznummer 1486.

Watt (Weiler, Teil der Holzrhode)

Wappen von KriessernKriessern (Ortsgemeinde, ehemaliger Reichshof)

Frühere Bezeichnung Cressarrun (Griess = Flusskies; im Sinne von 'Siedlung auf dem Flusskies'), Griezarrûn / Criessa (1164). Bezüglich der Herkunft des Namens gab es in der Vergangenheit einige Streitpunkte.

Im Jahre 890 wurde 'Thiepoltesoua' am unteren und 'Kobel' am oberen Ende des königlichen Waldes erwähnt. Zur Zeit als Diepold der Besitzer der Au war, musste der Bannwald (ursprünglich eine Art Urwald, aber stellenweise auch Weide und Sumpfgebiet, und somit nach altgermanischem Recht Königsgut) dort bereits gerodet gewesen sein. Der Reichshof Kriessern umfasste die heutige politische Gemeinde Oberriet, die Ortsgemeinde Diepoldsau und jenseits des Rheins das Dorf Mäder (Vorarlberg).

Erstmals offiziell erwähnt am 18. August 1229 in einer Urkunde, welche bezeugt, dass der deutsche König Heinrich VII dem Fürstabt Konrad von Bussnang im Kloster St. Gallen für geleistete Dienste seinen Hof bei Kriessern ("apud Criessarun") geschenkt hat. 1272 wird dann der Forst 'Kriechseron' erwähnt, der sich über beide Rheinufer erstreckte.

Nach altgermanischem Recht gehörte das Gelände eines Reichshofs dem König. Auf der rechten Rheinseite: Hof Lustenau mit Schmitter, Widnau-Haslach und Au. Auf der linken Seite entstand der Hof Kriessern.

Heinrich Walter von Ramswag kämpfte auf der Seite von König Rudolf gegen Ottokar von Böhmen auf dem Marchfeld bei Wien. Der junge Ritter rettete am 28. August 1278 dem König das Leben. Zur Belohnung versprach der König dem Ramswager 500 Mark Silber, die er jedoch der leeren Schatzkammer wegen nicht bezahlen konnte. Als Pfand dafür überwies er dem Lebensretter etliche seiner Besitzungen, so auch den Königshof Kriessern.

In den Appenzellerkriegen stand der gesamte Adel, so auch die Ramswager, auf seiten des Abtes von St. Gallen. Nach den Siegen der Appenzeller bei Vögelinsegg und am Stoss anno 1405 verbündete sich die Stadt St. Gallen und danach auch die Rheintaler und die Hofleute mit den Siegern. Es entstand der "Bund ob dem See", dem die Appenzeller, der Thurgau, das Rheintal und Vorarlberg angehörten. Der obere Teil des Hofes Kriessem (die Oberhalbigen) mit Schloss Blatten stand unter Heinrich Walter Ramswag, während der untere Hofteil von Eberhard von Ramswag regiert wurde. Die Grenze des geteilten Hofgebietes verlief von der St.-Johannes-Kirche Montlingen zum Dürrenbach.

In die von den Appenzellern geschädigte Burg Blatten kehrte nun Eberhard zurück, ein Vetter von Heinrich Walter, und von der älteren Linie übernahm Burkhard den unteren Hofteil. Bald darauf entbrannte zwischen den beiden Vettern ein Streit über Eigentumsrechte an der Burg und gegenseitige Forderungen wegen Unterhalt, Bewachung und Nutzung des Hofes. Durch Vermittlung befreundeter Edelleute konnte 1419 der Streit beigelegt werden.

Kurze Zeit darnach zog sich Burkhard von Blatten und vom Hofe zurück. Dafür gelangte der Vogt Rudolf von Rosenberg (Berneck) in den Besitz der oberen Hälfte und der halben Fähre zu Blatten. Die Burg Blatten dagegen blieb im Besitze der jüngeren Linie Ramswag. Nach Ableben des zweiten Rosenbergs kam sein Anteil an Kriessern an die Brüder Ulrich und Konrad Payer, Pfandinhaber der Herrschaft Rheintal, und von ihnen noch einmal an die Ramswager zurück.

Der untere Hofteil erlebte unterdessen eine tiefgreifende Veränderung: Eine Tochter des zweiten Eberhard von Ramswag, Adelheid, hatte sich mit dem Konstanzer Patrizier Mangold verheiratet. Ihre beiden Brüder hatten ihr eine Auskaufsumme oder Heimsteuer von 630 Gulden vertraglich zugesichert. Aber im Verlaufe von fünf Jahren war von den Brüdern nichts erhältlich, so verpfändete das Pfalzgericht St. Gallen für ihre Forderung Burg und Burgsäss Blatten, den unteren Hofteil Kriessern, Burgsäss Wichenstein und die Weingärten zu Haslach und Kalkofen (Berneck). Als die Auskaufsumme noch immer nicht bezahlt wurde, gelangten sämtliche Unterpfänder auf öffentliche Versteigerung und wurden Mangold um den Spottbetrag von 300 Gulden zugeschlagen. Mangold liess die Güter beisammen und nannte sich Junker über der Herrschaft Blatten.

Dessen Witwe verkaufte 1486 Schloss und Herrschaft Blatten um 1500 rhein. Gulden an Abt Ulrich Rösch von St. Gallen. Drei Jahre später nahm er als neuer Besitzer zu Montlingen den Treueid seiner Untertanen entgegen und liess sich als "Herr und Vogt zu Blatten und der ganzen Gemeinde zu Blatten und Kriessern" feiern.

Ulrich von Ramswag hegte die Absicht, bei erster Gelegenheit seinen Anteil an Kriessern bestmöglich zu veräussern. Am 13. Oktober 1511 trat er für 1000 Gulden alle seine Rechte über den Hof an Abt Franz von St.Gallen ab. Damit befand sich der ganze ehemalige Besitz der Ramswager im Rheintal wieder in den Händen des Abts von St. Gallen, unter eidgenössischer Oberhoheit.

Bis anfangs 16. Jh. lag die politische Verwaltung der Region bei Kriessern. Danach ging diese Verantwortung an Oberriet über. 1512 hiess es erstmals "Hof Kriesseren am Oberriet", 1513 trennte sich Mäder politisch, und 1755 hiess der Rest "Hof Oberriet". Dieser Hauptortwechsel lag vor allem an der günstigeren Lage Oberriets (kleinere Gefährdung bezüglich Überschwemmungen und Lage an der neuen rheintalischen Verkehrsstrasse am Berghang entlang).

Kirchlich gehörte es zu Montlingen, besass aber schon vor der Reformation eine eigene Kapelle [HBLS-04].

Schon von alters her war Mäder (heute Vorarlberg, Österreich) ein Bestandteil des Reichshofs. Die Güter wurden beidseits des Rheins von allen Hofleuten benutzt. 1513 verkaufte jedoch Abt Rösch von St. Gallen seinen rechtsrheinischen Besitz an den österreichischen Kaiser (um 260 Pfund St. Galler Währung). 1522 trat Mäder dann endgültig aus dem Gerichtsverband des Hofes aus. Dennoch war es weiterhin möglich die Allmenden gegenseitig zu benutzen. Am 28. August 1604 wird in Mäder ein eigener Friedhof eingeweiht *. 1654 löste sich dann die Filialkapelle von Mäder von der Mutterkirche in Montlingen (Auslösungsbetrag: 200 Gulden). 1667 verkauften dann die Hauptgeschlechter Ender, Böckli und Kilga namens der Gemeinde die Rechte in der Viehweid zwischen Kriessern und Diepoldsau mit Vorbehalt der Rechte im Isenried um 340 Gulden.

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*28. August 1604: Alle Leute in der Mäder, die in die Pfarrkirche Montikel pfärrig sind, stellen durch genannte Ausschussleute dem Grafen Kaspar zu Hohenems, der ihnen als Kollator und Lehenherr der Pfarrkirche Montikel erlaubt hat, neben ihrer neu gebauten Kapelle Unserer Lieben Frauen wegen der Weite des Wegs und der Beschwerlichkeiten des Rheins in der Mäder einen Gottesacker zu bauen, einen Revers aus, dass dieses Begräbnis weder ihm als Lehensherr noch dem jeweiligen Pfarrer zu Montikel an allen anderen pfarrlichen Rechten einen Abtrag tun soll. Der Gottesacker und die Kapelle wurden durch Weihbischof Johann Jakob zu Konstanz am Tag der Ausstellung dieses Reverses eingeweiht.

Quelle: Archiv von monasterium.net

Pfarreitrennung um 1733 mit einer entsprechenden Gründung einer eigenen Pfarrei 1734. D.h. Kriessern wurde von der Kirche in Montlingen getrennt.

Mit der Pfarreitrennung (oder kurz danach) muss in Kriessern eine erste Schule entstanden sein. Siehe Schulgeschichte (Seite 5ff). Um 1760 wurde ein regelmässiger Schulunterricht geboten - allerdings nur während 6 Wochen, jeweils im Winter.

Bau einer neuen Pfarrkirche 1766-1767 [HBLS-04].

Die Gemeinde verarmte jedoch zusehends. Im Buch 'Geschichte des Reichshofes Kriessern' ist dazu folgendes zu lesen:

Einblick in die Zustände vor der Franzosenzeit gibt uns das Schreiben vom 2. Tag des Weinmonats 1761, das die Räte Hans Jakob Thurnher, Michel Bongarter und Kirchenpfleger Johannes Ebnöter an den äbtischen Official Pater Iso Walser gerichtet haben "zur Fortpflanzung unserer armen Schuhl, aus Gnaden für das Jahr 1761 gegeben 4 Gulden, aus Gnad und Mildhertzigist auch ferner zu geben". Dem Gesuch liegt ein Schreiben des damaligen Schulmeisters Johannes Huter bei, der u. a. folgendes schreibt: "Und thut sich die gantze gmeind Khriessern um das Gnaden Gelt bedanken. Ich wollt wünschen, es gäb noch etwa einen Stifter und Wohlthater an die Schuhl zu Khriessern. Dan es ist weit herumb kein schlechtere schuhl pfrund als zu Kriesseren. Keiner wolt um die schuhl anhalten wegen der schlechten belohnung … Und was kann ein schuhl meister den schuhl kinder wegen sechs wochen geben, wenn er noch gewartig sein muss, was auf schlechten Boden waxe, wan es nasse sümer gibt, so liegt an etlichen orten das wasser darinen …". Siehe dazu auch Schulgeschichte (Seite 6).

1788 schied Diepoldsau aus dem Reichshof aus.

1789 wechselte der Reichshof Kriessern zum Hof Oberriet und schliesslich zur Gemeinde Oberriet. D.h., 1803 kam Kriessern zur politischen Gemeinde Oberriet; 1833, bei der definitiven Trennung von Ortsgemeinde und politischer Gemeinde, wurde es zu einer besonderen Ortsgemeinde gemacht.

Wappen von MontlingenOrtsgemeinde Montlingen

In einer Grenzbeschreibung des Bistums Chur, welche im Frühmittelalter noch bis zum Monstein (bei Au) reichte, wird 633 Montlingen als 'Montigel' oder 'Monticulus' (Berglein) erwähnt: "... per alpes ad fines Raetiae curiensis ad villam Montigells.". Montlingen dürfte eine der ältesten Siedlungen im Rheintal sein (die Besiedelung des Hügels beginnt im Neolithikum und dauert zum Teil bis zur römischen Zeit fort; der Monticulus weist Funde der Bronze-, sowie der 1. und 2. Eisenzeit auf [HBLS-05]).

Bei der Grenzregulierung zwischen Thurgau und Rheingau im Jahre 890 reichte das Bistum Chur noch bis zum Hofe Lustenau mit Au und Widnau. Montlingen gehörte damals noch zur Pfarrei Rankweil )und somit zu Chur).

Im 9. Jahrhundert entstand die erste Pfarrkirche.

Die Bildung einer selbständigen Pfarrei dürfte mit der Zuteilung 1155 von Montlingen als Grenzort zum Bistum Konstanz zusammenhängen. Um 1200 (in romanischer Zeit) folgte ein Neubau der Pfarreikirche. Aus einer päpstlichen Bulle von 1217 geht die Existenz einer Pfarrkirche erstmals klar hervor.

Die Pfarrkirche muss in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts reparaturbedürftig gewesen sein. Die verantwortlichen Leiter veranlassten am 9. Dezember 1470 einen Bettelbrief auszustellen. Die Sammelaktion dauerte bis nach 1500. Sie umfasste alle acht Orte, welche das Rheintal regierten. Es ist unklar, ob damals ein Neubau gemacht wurde oder ob nur das Langschiff gebaut wurde.

1528/29 brechen die Reformationswirren aus. Altstätten, Marbach, Balgach, Berneck, Rheineck, Thal, St. Margrethen und Widnau beschliessen die Annahme der Reformation. Die Pfarrei Montlingen unter Pfarrer Diepold Hutter lehnt den neuen Glauben ab. Im Jahre 1531 fand der Bildersturm in der Pfarrkirche Montlingen statt. Lange Jahre befand sich hinten im Langschiff der Kirche das "Scheggengatter", hinter welchem sich die Träger des Familiennamens 'Schegg' aufhalten mussten, um für die Sünden ihrer abgefallenen und nach Bernegg und anderswohin ausgewanderten Familienmitglieder zu büssen.

1534 brennt das Pfarrhaus ab.

Bis 1654 gehörten zur Pfarrei Montlingen Mäder, Kriessern, Kobelwald, Oberriet und Eichenwies. Im Jahre 1654 spaltete sich Mäder mit einer Abkurungssumme von 200 fl. ab.

1673 wurde die Kirche in Montlingen gebaut. Zu deren Bau wurden 3778 fl. von Korporationen und Privaten beigesteuert. Bis 1872 befand sich auf dem Giebel der magern Fassade ein Storchennest. Die vielen Sprengschüsse im nahen Steinbruch haben dann die Störche vertrieben.

Anno 1682 stifteten Jakob Mattle und dessen Ehefrau Anna Enis [JH1878, Seite 310ff], Eltern des Konventualen Pater Dionysius Mattle im Kloster St. Gallen, zum Danke dafür, dass durch ihren geistlichen Vetter, Theobaldus oder Diepolt Huotter das Kirchspiel Montlingen im alten Glauben erhalten worden, ein Kapital von 1300 fl. zu einem Stipendium, dessen Zinsen einem Jüngling, zunächst aus der Verwandtschaft, "der fromm und mit gutem Ingenius begabt ist", zum Zwecke des Studiums für "den geistlichen oder weltlichen Stand" zukommen soll. Diese ellenlange Urkunde, bestätiget von Pfarrer Mr. Johannes Geser, Caplan Hieronymus Federer, Hofschreiber Johannes Wüst und Hofammann Jakob Zäch, besagt, es könne dieses Hülfsgeld auch für Erlernung eines ehrbaren Handwerkes verwendet werden. Dieses Mattle'sche Stipendium wird heute noch vom Allgemeinen Hof Oberriet zum gleichen Zwecke verwaltet (im Jahre 1909 betrug der Fonds 5280 Fr. 77 Rp.).

Im Jahre 1733 spaltete sich Kriessern von der Pfarrei Montlingen ab ab. Erster Pfarrer in Kriessern war Joh. Melchior Müller von Näfels, der mit seinen Pfarrkindern des Gehaltes wegen drei Jahre in heftigem Kampfe lag.

Noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts waren die Montlinger als raue und hitzige Gemüter bekannt. Kaplan Lüchinger beschrieb am 30. August 1742 in der durch Fürstabt Cölestin II vorgenommenen "Lokal- und Personalvisitation" als grösstes Laster der Montlinger die "discordia summa" (heillose Zwietracht). Umgekehrt wurde viel (und manchmal auch überbordend) gefeiert.

Neuere Zeit

Die Bürger von Montlingen verteilen sich heute auf folgende alteingesessene Familien: Baumgartner, Benz, Dux, Haltiner, Hasler, Herrsche, Loher, Rohner, Schegg, Wüst, Zäch und Zigerlig.

Wappen 'Oberriet'

Die Ortsgemeinde Montlingen ist heute eine von mehreren Ortsgemeinden innerhalb der Politischen Gemeinde Oberriet. Sie ist, wie die anderen Ortsgemeinden auch, anlässlich der Hofteilung vom 3. August 1793 entstanden.

Die Ortsgemeinde unterhält die beiden Alpen Kienberg und Schwamm.

Wappen 'Montlingen'

Im Jahre 1801 spaltete sich Kobelwald von der Pfarrei Montlingen ab. Kobelwald hatte im 17. Jahrhundert eine Kapelle erbaut zu Ehren des hl. Sebastian, an welche anno 1766 Jos. Steiger, des St. Gallischen Ruralkapitels Deputat und Pfarrherr zu Waldkirch 100 Gulden vergabte, damit für den Zins von 5 fl. von dem Kaplan zu Montlingen alle Monat einmal an einem Sonn- oder Feiertag eine "christliche Lehr für Kleine und Grosse" gehalten werde. Bei allfälliger Anstellung eines eigenen katholischen Geistlichen sollen diesem die Verpflichtung und die 5 Gulden zufallen. Der eigene Geistliche (Kaplan) wurde 1794 angestellt. Kobelwald mit Grubbach - 47 Haushaltungen - wurde eine Kuratie und anno 1801 zur Pfarrei erhoben.

Im Jahre 1806 spaltete sich dann auch Oberriet von der Pfarrei Montlingen ab. Am 21. Mai 1808 wurde Oberriet laut Erlass des bischöflichen Ordinariats zu Konstanz entlassen. Nur die Rhode Eichenwies, damals aus 78 Haushaltungen bestehend, bliebt der Mutterkirche treu. Einzig die beiden Lüchinger'schen Häuser (Rössli und Post) wurden durch einen bischöflichen Entscheid am 28. Januar 1809 zu Oberriet geschlagen.

Obwohl bereits zu Zeiten der Helvetik (1798-1802) in Montlingen Schule gehalten wurde (nur im Winter "von Martini bis Ostern"), so wurde erst 1808 eine Gemeindeschule (eine "Schulstube") errichtet.

Seit 1812 bezieht der Pfarrer von der Rhode Montlingen den Genossen- oder Gemeindeteil, den er verpachten oder mit Grundbirnen bepflanzen kann.

Im Jahre 1815 stellte die letzte Rheinmühle ihren Dienst ein. 1836 gestattete die Bürgerversammlung wiederum vier Bürgern, auf dem Streueboden im Lehmen eine Mühle einzurichten.

Am 27. September 1840 trennten sich die Schulkreise Montlingen und Eichenwies von Oberriet und bildeten seither eine eigene Schulgenossenschaft.

Nachdem die Bürgerversammlungen jahrelang die Erstellung eines Armenhauses verworfen hatte, wird im Jahre 1840 ein Antrag genehmigt, welcher das Gemeindehaus zu einem Armenhaus umfunktionieren soll. 1865 genehmigt die Bürgerschaft an den Kauf des Gasthauses Rössli in Oberriet den Betrag von 35'000 Franken. Zusammen mit den Ortsgemeinden Eichenwies und Holzrhode soll das Gasthaus zu einem Armenhaus umfunktioniert werden. Ebenfalls in diesem Jahr schlugen die fünf Ortsgemeinden vor, im Rest. Rössli ("Sartori'sches Haus") in Oberriet ein Waisenhaus für das gesamte Gebiet einzurichten, und für die älteren Leute aus den beteiligten Ortsgemeinden sei in Montlingen ein Armenhaus vorzusehen. Dieses Vorhaben wurde aber nicht realisiert.

Überschwemmungen gab es in den Jahren 1855, 1868, 1871, 1890 und 1897, wo der Rhein etwa 160 Häuser mehr oder weniger tief unter Wasser setzte. Pfarrer Oberholzer besuchte damals seine Schäfchen mit einem Schiffchen und besuchte die Kranken durchs Fenster. Einige Bauern mussten das Vieh in den oberen Etagen des Hauses einlogieren.

Seit 1864 wird im Dorf das Theaterstück 'Wilhelm Tell' aufgeführt. Weitere Aufführungsdaten waren 1874, 1886 und 1894. Ab 1909 (Pfingstmontag) wurde dann eine aufwändigere 4-stündige Inszenierung eingeführt: 50 Spielende mit mehreren Pferden mit Kostümen von Louis Kaiser in Basel. Der Zuschauerraum im Freien zwischen 'Hirschen' und 'Krone' fasste 800 Personen. Beim "Ungewitter und Rasen des Sees" und nach dem Tode des Attinghausen läutete das "silberhell klingende Glöcklein" des nahen neuen Schulhauses.

Die Bürgerschaft beschliesst im Jahre 1874, an den Bau einer Holzbrücke über den Rhein nach Koblach den Betrag von 10'000 Franken zu zahlen. Es besteht die Hoffnung, dieses Geld durch die Erhebung des Brückenzolls wieder einkassieren zu können. Man bestellt ein "Brückenkomitee" aus neun Mitgliedern. Später wird Pfarrer Falk als zehntes Mitglied gewählt.

Pfarrer Alois Oberholzer beklagt, dass 1884 die Gemeinde von den vielen Überschwemmungen arm unt mutlos war. Das alte Schulhaus hatte runde Butzenscheiben und "altväterische, zersprungene Lehmöfen" und terrassenförmig aufsteigende Sitzbänke.

1888 zählte die Gemeinde (zusammen mit Eichenwies) 1308 Seelen. Fast jede Familie besitzt ein eigenes Haus. Das heisst, am Martini- und Maitag sah man in Montlingen und in Eichenwies keine hinausgeworfenen Mietsleute durch die Strassen ziehen. Pfarrer Oberholzer: "Die Jungfrauen sind als tätige, anstellige Töchter bekannt, weshalb sie immer guten Absatz nach Oberriet und Kriessern und selbst nach Marbach finden".

Montlingen zählte im Jahre 1900 zirka 900 Einwohner. Viehzucht, Ackerbau, Stickerei (insbesondere Kettenstich und Ausschneiden) und Torfstecherei (es wurde damals noch viel mit "Scholla" geheizt) waren die wichtigsten Beschäftigungen der Leute. Montlingen besass damals zwei Wagner, mehrere Schuhmacher, Holzschuster, Drechsler, zwei Hufschmiede und vier Nachtwächter. Gelernte Rasierer und Coiffeure konnten in Montlingen nicht überleben, weil sich jeder Mann selbst bartete und von seiner Frau eingeseift und am Kopf gewaschen wird.

Um 1900 verdiente ein Knecht 1 Franken pro Tag, ein Zimmermann 2.40 und ein Maurer 2.60. Die Bewohner zahlen damals die folgenden Preise: 1 Herrenanzug kostete 15 Franken, ein paar Schuhe 4.50, 500 g Kalbfleisch 60 Rappen, 1 Kilo Brot 60 Rappen, 1 Flasche Bier 20 Rappen, 1 Liter Milch 20 Rappen, und 1 Tageszeitung 5 Rappen.

Früher war es nicht üblich, dass Kinder ihre Eltern "duzten". Eltern und ältere Leute allgemein wurden mit "öar" (ihr) angesprochen.

Am 26. Juli 1903 schliesst sich Montlingen dem neuen Wasserversorgungswerk Oberriet-Eichenwies an. Bis dahin musste das Wasser aus dem Gampbrunnen beim 'Kreuz' gefasst werden. Der Hahnenzins betrug 1909 25 Franken für den ersten Hahnen und für jeden weiteren 5 Franken pro Jahr.

1906 wurde die elektrische Beleuchting im Dorf eingeführt.

1909 zählte die Gemeinde (zusammen mit Eichenwies) rund 1600 Personen (Montlingen 1100 und Eichenwies 500). Jedes Dorf bildete einen eigenen Schulkreis und eine eigene Ortskorporation mit drei Alpen und Genossengütern. Die Alpen segnet der Pfarrer jeden Sommer und erhält für seinen Gang von jeder Alp eine Zolle Butter.

Montlingen zählt im Jahre 2000 zirka 1690 Einwohner, was etwa ein Viertel der gesamten Bevölkerung der Politischen Gemeinde Oberriet ausmacht.

Brauchtum und Sprache

Brauchtum:

  • Bläandastööba
    Alle zwei bis drei Jahre und je nach Bedürfnis noch öfter, ertönte um die stille neunte Abendstunde vom Berglein herunter eine schauerliche Musik mit Hörner- und Trompetenschall, mit Trommel- und Peitschenknall, mit Pfeifen, Herdengeläut, Kesselklirren und Geheul aus 15 bis 20 Burschenkehlen. Das Blindenstäuben ist ein Erbstück aus der Urahnenzeit. Das Fehmgericht wird dann in Bewegung gesetzt, wenn bekannt wurde, dass ein Mann zu Unrecht [!] seine Frau geschlagen hatte. In drei Zwischenpausen ruft auf das Zeichen eines Pistolenschusses eine Stentorstimme:
    Wer wöll Blindefleisch kofa
    Der söll zum ... in ... lofa;
    Er kriegt 's Pfund umene Furz.
    Und wer nöt glei kommt, der kommt z'kurz.
  • Eierlesefest
    Das Sinnbild des Eierlesefests ist das Erwachen der Natur. "Grüne" und "Dürre" als Dämonen in vielartigen Kostümen gekleidet, kämpfen gegeneinander. Mit Schellen- und Treichellärm wird auf diese spezielle Art die dunkle Jahreszeit vertrieben. Zum Bewegungsspiel treten weiss gekleidete und farbig verzierte Eierwerfer und Eierfänger an.
  • Fasnacht
    Das Fasnachtsgeschehen ist im Rheintal auf die sechs Tage vor Aschermittwoch festgelegt. Der Termin der Fasnacht bezieht sich auf die Fastenzeit (und damit auf den kirchlichen Kalender). Aber während die Fastenzeit auf ein jenseitiges Leben hin orientiert ist, stehen in der Fasnacht das Vergnügen, das Essen und Trinken im Mittelpunkt.
  • gi Krüza
  • gis Nöjohrhola
    Um den Neujahrstag herum wurden die Kinder von deren Taufpaten zum Essen eingeladen. Grussformel der Kinder: "I wünschi a guats nöis Johr, daser lang läbid und gsund blibid und wänner stärbid in Himmel kond.".
  • Hültscha
    Das Türggenbrot ist ein kompaktes Brot aus Mais- und Halbweissmehl (teilweise mit Sultaninen beigemischt). Praktisch jede Rheintaler Familie pflanzte auf ihren Feldern oder im hauseigenen Garten Türggen an. Im Spätherbst, wenn die Maiskolben ihre volle Reife erlangten, wurde geerntet und die ganze Familie machte sich daran, die Kolben von den Blättern zu befreien. Dieses Schelfera, Usschella, Uszüha oder Hültscha, wie der Vorgang je nach Dialekt und Region genannt wird, zählte bis weit ins 20. Jahrhundert hinein zu den wichtigsten Ereignissen im Jahreslauf.
  • i Krischtalear goa
  • Pfingschtamanna
    Pfingstmaa und Pfingstwiib ist ein Brauch, der unverheiratete Burschen und Töchter verspottet. Nachtbuben hängen dabei Strohpuppen an die Lichtmasten vor dem Haus einer ledigen Person. Dies soll für spassigen Humor im Dorf sorgen.

Es existiert eine Liste mit speziellen Dialektwörtern (Herbert Markovits) aus Montlingen und Umgebung.

Orte in Montlingen

Kreuz

Montlinger Gasthaus. Anton Benz und später sein Sohn Johannes Benz (1834) waren hier Kreuzwirt. Die Postkarte unten ist 1931 gelaufen. Sandra Oberholzer übernahm das Restaurant im Jahre 2014: aus einer gutbürgerlichen wurde eine frische, regionale Küche. Siehe Karte.

Montlingen Kreuz (1931) Montlingen Kreuz

alte Post

Das war vermutlich mal die alte Post. Heute gibt es nur noch eine Postagentur an der Dorfstrasse 6 (gleich nebenan).

Siehe Karte.

alte Post Montlingen

Herz-Jesu-Kapelle

Die Herz-Jesu-Kapelle steht am Kirchweg beim Schäfle (auf den Grundstück des vormaligen Schusters Christian Mattle). Bis zur Einweihung der St. Josefskirche in Eichenwies im Jahre 1952 kamen jene Gläubigen zu den Sonntagsgottesdiensten in die Pfarrkirche nach Montlingen, meist zu Fuss oder per Fahrrad. Beim "Herz-Jesu-Kappeli" hatten sie ungefähr die halbe Wegstrecke zurückgelegt. Der Name Kirchweg erinnert noch heute an diese Zeit.

Pfarrer Oberholzer schreibt in seiner Chronik von 1910: "Hier stand schon seit vielen Jahren ein 'Bildstock', der sein Dasein einem Gelübte zu verdanken hat. Im offenen Bildstock befand sich ein grösserer Kruzifixus mit zwei alten Statuen aus der Pfarrkirche, ohne grosse Ästhetik und mit bescheidenem Wert. Davor war eine Kniebank und brannte des Nachts ein Lichtlein. ... Weil der Bildstock gar so arm und niedrig war und zu nahe an der viel befahrenen Strasse stand, beschloss man, ihn niederzureissen und in unmittelbarer Nähe dem göttlichen Herzen Jesu ein kleines Heiligtum zu bauen." Das Werk war 1908 vollendet. In München kaufte man eine Herz-Jesu-Statue. Dazu besorgte man zwei kleinere Seitenstatuen (Muttergottes von Lourdes und St. Josef). Die Nischchen, in denen sich diese Statuen befinden, sind renovierte Teilstücke der früheren Seitenaltäre der Pfarrkirche.

Die Kapelle wurde 1971 renoviert. Dabei verschwanden die Malereien. Man entfernte auch die drei früher aufgestellen Gipsfiguren. An ihre Stelle kam eine aus Holz geschnitzte Herz-Jesu-Statue.

Hirschen

Nach Johann Anton Benz wirtete Jakob Büchel auf dem Hirschen (zumindest) zwischen 1851 und 1854. Zur Zeit wirtet Markus Schegg auf dem Hirschen.

Siehe Karte.

Montlingen Hirschen

Krone

Vermutlich war Joseph Loher Kronenwirt. Die Krone scheint zur Zeit kein wirklich aktives Restaurant mehr zu sein.

Siehe Karte.

Montlingen Krone

Montlinger Schwamm

Ein Brand auf der Alp Schwamm zerstört 1877 die Gebäude. Sie werden wieder aufgerichtet. 1880 beschliesst man die Vergrösserung der Sennhütte (Kosten 450 Franken). 1966/67 wird die Alphütte Schwamm zu einer Sommerwirtschaft mit Parkplatz ausgebaut. Danach wirtete 34 Jahre lang die legendäre «Schwamm-Marie» (Marie Wüst-Kluser) im Bergrestaurant.

Montlinger Schwamm

Eigentümerin des Bergrestaurants 'Montlinger Schwamm' ist die Ortsgemeinde Montlingen. Das Restaurant liegt idyllisch auf etwas über 1100 m gelegen (Montlinger Schwamm). 2001 wurde das Restaurant dann ausgebaut. Seit April 2014 bieten hier Hanspeter Schmid (Hampe) und seine Crew (Urs und Maggie) frische lokale Produkte an.

Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

Bereits um 1200 entstand ein grösser Kirchenbau, vermutlich in romanischem Stil. In gotischer Bauart entstand um 1500 bereits das dritte Gotteshaus, von dem der Chor mit seinem eleganten Netzgewölbe heute noch erhalten ist. 1673/74 erfolgten weitere bauliche Veränderungen, wobei das neue Langschiff die heute noch bestehende Form erhielt, während der gotische Chor mit dem prächtigen Wandtabernakel in seiner ursprünglichen Gestalt bestehen blieb. Gemäss Dekan Oberholzer wies das neue Gotteshaus fünf Altäre aus und besass eine Länge von 76 und eine Breite von 42 Fuss. Seit 1934 ertönt vom Turm ein neues fünfstimmiges Geläute (A° cis' e' fis' a'). Es hat ein Gewicht von 7874 kg. Der Turm mit den vier Wimpergen trägt einen schlanken Pyramidenhelm. Dieser wurde in den Jahren 1812, 1869 und 1931 mit Lärchenschindeln neu eingedeckt und bemalt. Der Chor, ursprünglich ebenfalls mit Schindeln eingedeckt, erhielt erst im Jahre 1908 ein Ziegeldach. Auch der Aussenverputz musste immer wieder erneuert werden. Auf Vorschlag des kantonalen Denkmalpflegers liess man allerdings 1958/59 den romanischen Turmunterbau unverputzt. In den Jahren 1997/98 erfolgte die letzte grosse Innen- und Aussenrenovation.

Siehe Karte.

Katholische Kirche Montlingen Katholische Kirche Montlingen Katholische Kirche Montlingen Katholische Kirche Montlingen

St. Anna auf dem Berglein

Eine dort angebrachte Inschrift besagt: "Das Alter dieser Kapelle lässt sich nicht bestimmen. Sicher ist, dass schon vor dem 13. Jahrhundert hier ein der Mutter Anna geweihtes Heiligtum stund. Heilige Anna, bewahre das Dorf und die Gemeinde vor Wassernot". Eine alte Sage meldet, die Montlinger hätten seinerzeit da hinauf ihre Pfarrkirche bauen wollen, aber der beschwerliche Aufstieg habe sie schliesslich davon abgehalten.

St. Anna auf dem Berglein St. Anna auf dem Berglein (Quelle: Wikipedia)

Der Zahn der Zeit hatte die Kapelle mit ihrer Unigebung in einen argen Gegensatz gebracht. Das Vorzeichen war dem Einsturz nahe, der Boden mit Gras bewachsen, durch Tür und Fenster flog der Wind und drang der Regen. Sie wurde deshalb anno 1891 im alten Stile einer gänzlichen Restauration unterzogen.

 

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Erstellt durch Daniel Stieger (letzte Nachführung am 16. Mai 2017)