Gasthaus 'Feld' in Oberkirch

Vorgeschichte

Das Gasthaus 'Feld' in Oberkirch befindet sich heute an der Luzernstrasse 46. Bereits vor 1875 hat sich an dieser Stelle eine Liegenschaft befunden (siehe Karte unten aus den Jahren 1864 bis 1867).

Oberkirch - Feld

Martin Schnyder, Sohn von Jakob Leonz Schnyder, Exerziermeister in Geuensee, der in Oberkirch in der Weierweid und später im Bühl gewohnt hatte und der auch Organist, Sänger (Bariton) und Musikdirektor war, kaufte 1873 die Liegenschaft Feld. 1875 eröffnete er hier eine Wein- und Speisewirtschaft. Diese hiess zuerst 'Restaurant Schnyder', später 'Restaurant Harmonie' und von 1883 an 'Restaurant Feld'.

Die Ehefrau des Martin Schnyder war Verena Achermann von Ifflikon, Chüechlimuetter Marti Vreni genannt. Die Söhne waren die nachmaligen beiden Patres Maurus und Ambros, die Tochter die Schwester Plazida.

Die Wirtschaft lief jedoch nicht gut, so dass 1882 das Wirtshausrecht erlosch.

Johann Fischer

Am 15. Mai 1884 löste Johann Fischer von Oberkirch (damals schon wohnhaft 'Im Feld') die Liegenschaft für 5'000 Franken aus (Auskauf) von Josef Fischer ('Im Frühauf', von und zu Oberkirch). Bei diesem 'Josef' handelt es sich entweder um den Onkel (dieser starb 1888 in der Armenanstalt in Oberkirch - Johann machte damals die Totenanzeige) oder aber um den Bruder von Johann.

Patent

Am 21. Mai 1896 schliesslich verkaufte Johann das Restaurant für 24'346 Franken an Xaver Steiner aus Dagmersellen. Die Belastungen ("das Verschriebene") auf dem Haus betrug damals 13'948.92 Franken.

Anlässlich der Aufnahme einer Gült am 26. August 1896 («gemäss Hypothekargesetzt vom 6. Juni 1861 und dessen Abänderung vom 8. März 1871 und 1. Juni 1886») umfasste das Heimwesen 'Im Feld' an der Kantonsstrasse:

  • An Gebäuden: Ein Wohnhaus mit angebauter Scheune & Werkstätte (für 13'000 Franken gegen Brandschaden versichert).
  • An Land und Wald:
    • Kraut- und Baumgarten, Matt- und Ackerland: 4 Jucharten. Grenzen: östlich an die Kantonsstrasse, südlich und westlich an die Armenanstaltsgüter, nördlich an Grossrat Franz Josef Bossarts.
    • Ein Stück Wald im oberen Oberkircherwald: 1¼ Jucharten. ...

An Rechten und Dienstbarkeiten wird unter anderem eine Güterstrasse zwischen dem eigenen Land und dem Acker von Grossrat Franz Josef Bossart erwähnt, welche für die Grossackerbesitzer frei sein muss.

Am 20. Januar 1902 verkaufte Xaver Steiner dann das Objekt für 30'800 Franken weiter an Franz Xaver Schnÿder von Rothenburg. Das Haus war damals mit 15'922.50 Franken belastet.

Nachgeschichte

Noch lange wurde neben dem Gastbetrieb noch Landwirtschaft berieben. Traugott Brunner führte neben der Wirtschaft einen Schweinehandel.

Im Jahre 1966 hat der Wirt Moritz Rogger ein Parterrehaus (Barackenbau) mit 16 Betten erbaut. 1968 wurde der nördliche Anbau mit 10 Fremdenzimmern, ein Essaal für 90 Personen, eine neue Küche und 4 Garagen geschaffen, nachdem die angebaute Scheune abgerissen worden war.

Ab 1972 war dann Rolf Schnyder für kurze Zeit Pächter des Feldes.

Josef Rogger, der Sohn von Moritz Rogger, war danach ebenfalls nur kurz auf dem Feld. Anschliessend übernahmen Moritz Rogger das Hotel wieder selbst. Als Moritz Rogger dann 1977 bereits im Alter von 55 Jahren starb, entschied sich ein weiterer Sohn (auch Moritz Rogger, geboren 1949) die Wirteprüfung zu absolvieren und übernahm das Hotel Feld. Moritz Rogger baute das Hotel 1981 um.

2002 übernahm wiederum der Sohn Moritz Rogger jun. (geboren 1973) das Feld und führt es nun mit seiner Ehefrau Pia Rogger-Riechsteiner. Sie haben drei Kinder Fabienne und Lorena Kaufmann (aus Pia's erster Ehe) und Massimo Rogger.

Auch heute noch liefern die Gebrüder Fischer von Sursee den Wein für die Gäste des Hotel Restaurant Feld AG

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Wirte

1875

Martin Schnyder von Geuensee

1883

Johann Fischer von Sursee

1894

Franz Xaver Schnÿder von Rothenburg

1900

Xaver Steiner von Dagmersellen

1902

Franz Xaver Schnÿder von Rothenburg

1915

Peter Vonlanthen von Düdingen

1916

Robert Koller von Winikon

1917

Dagobert Fellmann von der Wyberlist (Mitglied der "Frohsinn" Oberkirch anlässlich der Fahnenweihe vom 18. August 1901, später Himmelrich-Wirt in Sursee)

1921

Melchior Mattmann von Ballwil

1923

Robert Koller von Winikon

1924

Traugott Brunner von Berikon

1928

Josef Meier von Grosswangen

1930

Josef Gehrig von Wolhusen

1932

Josef Zwimpfer von Oberkirch (Mitglied der Musikgesellschaft Oberkirch)

1938

Martin Schürmann von Oberkirch

1964

Moritz Rogger (sen.) von Oberkirch

1972

Rolf Schnider / Schnyder von Luzern

1974

Josef Rogger von Oberkirch (blieb nur kurz auf dem Feld, dann übernahm wiederum Moritz Rogger sen.)

1977

Moritz Rogger von Oberkirch (*1949, Bruder von Josef Rogger)

2002

Moritz Rogger jun. von Oberkirch (*1973, Sohn des Moritz Rogger) und Pia Rogger-Riechsteiner

 

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Erstellt durch Daniel Stieger (letzte Nachführung am 2. Oktober 2010)